Dr. Susan, bitte in den OP!!

Henry, der Hamster, ist tot. Eingeschläfert, erlöst von seinen letzten Qualen, an denen ich vermutlich maßgeblich beteiligt war. Ich kann nicht viel über ihn erzählen, er war der Hamster meiner Untermieterin, ich habe ihn so manches Wochenende versorgt, meine Katze mochte ihn auf eine sehr respektvolle Art, schließlich wohnte man zusammen in einer Wohnung, ich glaube sie hätte ihm kein Härchen gekrümmt, wenn ich ihr die Gelegenheit dazu gegeben hätte. Henry ist sehr alt geworden für einen Hamster: über drei Jahre, war auf einem Auge am Schluß blind und hat doch einem Menschen sehr viel bedeutet. Dieses Menschlein klopfte gestern abend sehr verheult an meine Tür und bat mich, nach Henry zu sehen, sie befürchtete, das arme Vieh sei schon tot. Doch Henry saß überaus lebendig in seinem Häuschen, zwar war alles voller Hamsterblut, aber Henry schnaufte noch. Also habe ich einen guten Teil des Abends damit verbracht, meiner Tierärztin hinterher zu telefonieren, andere Tierärzte auch nicht zu erreichen, um schließlich in einer tollen Tierklinik (die haben sich auch schon mal um einer Findelkatze gekümmert, die ich gefunden hatte) eine überaus nüchterne (ich liebe das sehr) und mit klarem Verstand gesegnete Tierärztin zu erreichen, die mit mir telefonisch die Erstuntersuchung machte. Ich klemme mir also den Telefonhörer zwischen Ohr und Schulter während ich den Anweisungen der Ärztin folge, das arme Vieh hochnehme, die Blutungsquelle lokalisiere und ihr ausführlich berichte, was ich sehe. Bekomme Anweisungen für die weitere Behandlung, um dem armen Hamster die letzten Stunden einigermaßen erträglich zu machen. Schicke also die liebende und schluchzende Hamsterbesitzerin aus dem Zimmer, kremple die Ärmel hoch, hole aus meinem Wanderrucksack das Erste-Hilfe-Täschchen und zücke das Desinfektionsmittel. Nehme das arme Tier aus seinem Häuschen und erkenne nun, bei genauerem Hinsehen, was die Ärztin auch schon vermutet hat: sieht so aus, wie ich mir einen Darmdurchbruch vorstelle, böse. Soll laut Telefonansage den Darm sanft in die Bauchhöhle zurückschieben (“Vermeiden sie aber jeden Streß für das Tier” – ja, schon klar, wie macht man eine Winzigdarm-Operation bei vollem Bewußtsein ohne Streß??? Für Antworten bin ich sehr empfänglich!) Ich rede auf das arme Vieh ein und sprühe es dann mit Desinfektionsmittel ein. Setze es ihn sein mittlerweile auch mit sauberen Tüchern ausgelegtes Häuschen, mache die Klappe zu und sage “Tschüß, Henry, schlaf schnell ein”. Gehe dann zu der Hamsterbesitzerin und überbringe ihr wie in einem schlechten Film die Nachricht, daß ich nicht glaube, daß Henry die Nacht überstehen wird – großes Schluchzen, ich tröste so gut ich kann und muß versprechen, daß ich es heute sein werde, die nach ihm schaut, ob er noch lebt oder nicht. Henry hat die Nacht überlebt, ich weiß zwar nicht, welch Überlebenswille ihn da geritten hat, aber er kauerte lebendig in seinem Häuschen als ich nach ihm schaute. Daraufhin ist die Besitzerin mit ihm zur Tierärztin gefahren, die die Diagnose bestätigt hat und ihn sofort eingeschläfert hat. Nun ruht er in einem Garten in seiner alten Heimat. Ach, was für ein Abend, welch Tragödie, wie ist das schlimm, so einem Vieh nicht helfen zu können und dem Menschlein auch nicht. Mein einziger Trost ist, daß das Desinfektionsmittel nicht gebrannt hat, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Mach’s gut, Henry.

PS: Nichts reicht an den Hamsternachruf von Yarn Harlot heran. Ich habe keinerlei Bindung an den Hamster gehabt, ich finde, man sollte Haustiere nicht in Käfigen halten. Aber diese Emergency-Room-Nummer von gestern Abend hat mich doch mal kurz an meine Grenzen gebracht.

Fertiges

Zunächst die fertigen Little Child’s Socks:

First the newest Little Child’s Socks:

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Anleitung: Little Child’s Sock aus Knitting Vintage Socks von Nancy Bush.
Wolle: Regia 4-fädig, Farbe 1081 (Rot), Verbrauch: 87 Gramm, gestrickt mit 2,25mm Nadeln.

Pattern: Little Child’s Sock from Knitting Vintage Socks by Nancy Bush.
Yarn: Regia 4-ply, color 1081 (red), 87 grams, 2.25mm dpn’s.

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Ich hatte gestern Nachmittag tatsächlich frei und habe mich sogleich an die Nähmaschine gesetzt. Ich hatte die Stofffetzen wirklich ordentlich sortiert hingelegt, daß jetzt die hellblauen, grünen und rosa Teile untereinander sind, liegt daran, daß ich blöderweise einmal daneben gegriffen hatte und es nicht rechtzeitig bemerkt hatte. An meiner Genauigkeit beim Nähen muß ich noch sehr arbeiten :-) Aber mir gefällts. Die weiße Rückseite, bzw. der weiße Streifen oben ist von einem uralten Leintuch aus dem Bestand meiner Oma. Das Kissen hat keinen Verschluß, sondern hat innen so einen Umschlag zum Kissen reinstopfen, wie heißt das richtig?

Yesterday I had free at the afternoon – time for sewing! First I had ordered the squares really fine but while sewing I took once the wrong square and so now the light blue, green and pink squares are next to eachother. I have really to train to be more accurate! But I like the cushion cover. The white fabric is from a very old linen from my grandma’s stock.

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gib Stoff!

Wie man unschwer erkennen kann, gebe ich mich meiner neuen Leidenschaft für Blümchen und Pünktchen voll hin: nicht nur eine geblümte Zuckerdose sondern auch eine ansehliche Menge an neuem Stoff mußte nach dem Erhalt von “Sew Pretty Homestyle” von Tone Finnanger schnellstens angeschafft werden. Angesichts des nicht abnehmenden Arbeitspensums kann ich aber nur auf ein paar kleine gestickte Blümchen und zurechtgeschnittene Stoffquadrate für einen Kissenbezug verweisen. Ich finde das Buch klasse und träume schon davon, mir mindestens zehn neue Regale und Schränke zu kaufen, was natürlich nicht passieren wird, um darin geblümten Schnickschnack zu präsentieren. (Und diverse Damen dürfen sich jetzt gerne brüllend auf den Boden werfen :-) )

stoffe

Meine roten “Little Child’s Socks” sind zwar fertig, können aber nicht fotografiert werden, da hier im Südwesten graues Wetter mit Dauerregen herrscht, man sieht es ja auch am obigen Foto: das Licht ist nicht so besonders (das ist doch jetzt sehr diplomatisch formuliert). Wenn’s noch einen Tag regnet, schreie ich, man wird mich aber nicht hören, weil der kleine Fluß und der kleine Bach zu tosenden Gewässern angeschwollen sind und viel lauter brausen.

Socken, nix als Socken!

Wenn nichts geht – Socken gehen immer! Meine Trekking-Frühlingssocken sind endlich fertig geworden:
At least you can knit socks when you havn’t time for something else. The Trekking spring socks are finally finished:

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Zwar hatte ich kaum Zeit zum Stricken, aber das ist ja das schöne an Socken aus eigenem Rezept: die gehen immer, zwischendurch, danach, davor. Und dieser herrliche Farbverlauf zaubert dann doch ein wenig Fröhlichkeit. Ich habe ausnahmsweise mal nachgerechnet: letzte Woche habe ich 75 Stunden gearbeitet und das macht echt keinen Spaß. Diese Woche ist ein bißchen besser und so habe ich gestern ein wenig shoppen können und habe mir den Luxus von zwei Porzellan-Teebechern gegönnt, die mich einfach angesprungen haben:
I hadn’t nearly no time but that is the thing that I love in knitting mindless socks: you can knit a row when you’re waiting for a call, before work and after work. I love the color way, it’s so fresh, like spring and sunshine and I get happy when I’m knitting with this yarn. Last week I’ve worked 75 hours and that’s too much. This week it is a little bit better and so yesterday I had little time to go shopping and I bought these wonderful mugs:

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Wie sagte doch C. am Telefon so schön: darf es noch ein bißchen englischer sein? Achja: seit Samstag ist ihr Koffer wieder da, zwei Wochen von London über Mailand – da kann man doch nicht meckern ;-) Und weil es eben diese Woche etwas ruhiger ist, habe ich wieder Socken angeschlagen, wieder die Little Child’s Socks von Nancy Bush, dieses Mal in einem schönem Rot:
When I’ve told to C. she only said: may I get more English style please? By the way: her suitcase arrived on Saturday, just two weeks from London and Milano, no reason for grumbling ;-) And because this week I have a little more time I’ve casted on a new pair of socks, again the Little Child’s Socks by Nancy Bush in a wonderful red:

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(fast) nix strickiges!

Heute muß ich mal ungefragt Sabine zitieren: “Und dann bin ich wieder froh, dass ich stricken kann” – genau so ein Tag war das: Um sechs aufgestanden, um alle Fenster freizuräumen, weil sich um sieben die Maler angemeldet hatten, um die äußeren Fensterrahmen zu streichen. Und das am einzigen Tag des Monats, an dem ich erst abends zur Arbeit mußte. Also zog ich alles Dickgestrickte an, was sich irgendwie in der Nähe befand, sang ein Loblied auf meinen Kauni-Cozy und verbrachte den Tag bei geöffneten Fenstern (der Lack muß schließlich trocknen) am Schreibtisch. Beim Mittagsschläfchen war ich froh, daß mein Tomten eine Kapuze hat!
Nein, das ist alles gar nicht schön hier, die Kälte geht mir auf die Nerven, die Arbeit ist zuviel und geht mir auch auf die Nerven (ich hasse es wirklich, erwachsenen Menschen den aufrechten Gang beibringen zu müssen und damit meine ich nicht irgendwelche Computerfertigkeiten sondern einfachste Dinge wie Guten-Tag-Sagen und die Zimmernummer wahrzunehmen, mich nicht zu bedrohen, wenn ich meiner Arbeit nachgehen will und sich auch zu verabschieden – kriechen eigentlich nur noch degenierte Würmer in den Fluren umher?!) Wie gut, daß mich heute die ersten London-Fotos von C. ereicht haben, die zwar ihren Koffer noch nicht wieder hat (nö, der liegt ja auch mittlerweile in Mailand rum, vermutlich), aber wenigstens dank eines Cardreaders an ihre Kamera rankam.

StPaulsChurchCourtyard

Wieder ungefragt nehme ich also dieses Bild, bekomme feuchte Augen und kann nur sagen: an diesem Tag war ich sehr glücklich, es war ein Donnerstag, die Sonne schien und das Leben erschien perfekt. Es war mir vergönnt, Ruhe zu finden in dieser lauten Stadt und Kraft zu schöpfen für einen der denkwürdigsten Abende meines Lebens. Und wenn ich die Wahl hätte: ich wäre jetzt dort, würde zwar auch frieren, hätte aber, wenn es eine besondere Stunde wäre, einen wahren gentlemen neben mir mit dem tollsten und wärmsten Mantel aller Zeiten, würde ein Pint trinken und mich dabei angeregt unterhalten (es wäre ja auch früher als hier) und müßte nicht daran denken, daß morgen um acht die Sinnlosigkeit wieder losgeht. – Schwerer Anfall von Überdrüssigkeit, mußte mal raus, sorry.
Und was vom Tage übrig blieb:

memories

PS: Vielen Dank für die vielen Kommentare zu Gabrielle und: ich finde den Ausschnitt auch nicht zu tief, ich bin ja schließlich nicht mit Jopi Heesters in die Schule gegangen ;-)

Sorry, no translation – just an outburst of my frustration to being here and going to work and not being in London…

Gabrielle

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Gabrielle ist ja schon ein paar Tage fertig und nun auch trocken. Sie ist ein bißchen groß geworden, obwohl in Größe S gestrickt und ich habe ein bißchen Angst, daß das noch schlimmer wird. Aber sonst gefällt mir der Pulli gut! Ein schönes Teil für den Übergang.

I finished Gabrielle a few days ago and now the sweater is dry too. I think it’s a little bit big although I’ve knitted size s and in the worst case the sweater will get bigger and bigger when I’ll wear it. But I like it! A nice piece for spring. (Spring? Where is spring?)

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gabrielle-fertig-1Anleitung: Gabrielle von Sarah Dallas im Rowan Magazin 43. Wolle: Baumwolle von der Hamburger Wollfabrik, 750 Gramm und für den Häkelrand 10 Gramm Rowan Cotton Glace. Stricknadel: 3,00mm.

Pattern: Gabrielle by Sarah Dallas in Rowan Magazine 43. Yarn: cotton by Hamburger Wollfabrik, 750 grams and for the border only 10 grams of white Rowan Cotton Glace. Knitting needles: 3.00mm.