Home, sweet home!

Vollkommen gerädert (dazu später mehr) und mit Eindrücken, die mich glauben machen, ich sei Wochen weg gewesen, melde ich mich zurück aus dem wilden Osten! Das Wetter war fürchterlich und ich bin in dieser Hinsicht nicht pingelig! Chemnitz hat mich ehrlich gesagt sehr deprimiert, so daß ich am Donnerstag in Dresden war, dort u.a. lange in der Gemäldegalerie, wo es mir sehr gut gefallen hat, auch wenn ich den Rummel um die Frauenkirche nicht verstehe. Angesichts der Schlange, die vor der Kirchentür wartete, habe ich auch darauf verzichtet, mir sie innen anzuschauen. Aber ich habe meine wollmuffelige Begleitung genötigt, mit mir in die Rothenburger Straße zu gehen, um den mir empfohlenen Woll-Laden zu inspizieren: sehr nett: ich konnte endlich mal Rowan und Lopi in den Händen halten und habe mir vier Knäuel Felted Tweed gegönnt, aus denen ein Pullunder werden soll:

Sogar der wollmuffelige Mann war sehr angetan und blätterte sehr interessiert das neueste Rowan-Heft durch.
Am Freitag sind wir nach Leipzig gefahren, wo kurz nach unserem Eintreffen der Orkan begann. Dennoch bin ich bis auf die Spitze des schrecklich-schaurigen Völkerschlachtdenkmal gestiegen, um die Aussicht zu genießen. Als ich später die sog. Ruhmeshalle verlassen wollte, wurde mir vom Strum die Eisentür entgegen geschleudert und ich schwöre: es haben ca. 3 cm gefehlt und mein linker Arm wäre eingequetscht gewesen. So war es nur mein Mantel. Es brauchte drei ausgewachsene Männer, um mich aus der Türe zu befreien. Warum die das Denkmal nicht einfach geschlossen haben aus Sicherheitsgründen bleibt mir ein Rätsel. Mit etwas wackeligen Beinen wollten wir zurück in die Stadt fahren, aber mittlerweile hatte die Tram ihre Fahrten eingestellt, so daß wir halt gegen den Sturm kämpfend zu Fuß gelatscht sind. Dann noch eine mittlere Wanderung durch Leipzig, das mir auch gefallen hat. Heute morgen bin ich um vier aufgestanden: starker Schneefall. Der Zug nach Dresden war unterbrochen, der Schienenersatzverkehr war nicht da und als der Bus endlich kam, waren die Straßen schon kaum mehr zu befahren. Ab Freiberg dann wieder im Zug, zu spät in Dresden. Ich habe auf dem Flughafen angerufen: „Nein, bei uns ist alles in Ordnung!“ Ich also, weil viel zu spät dran, zum Taxistand gerannt und inklusive zweier Volldrehungen mit dem Wagen irgendwie zum Flughafen gekommen, wo überhaupt nichts mehr ging: Landeverbot, Abflüge deshalb alle fraglich. Ich verbrachte also zwei Stunden auf dem Flughafen als endlich eine Maschine landete (da waren die Flüge nach Köln und Hamburg schon ersatzlos gestrichen) und es hieß, daß sie nach Stuttgart weiterfliegen würde: Glück gehabt! Mein Vater bot sich netterweise an, mich vom Stuttgarter Flughafen abzuholen, ich glaube einen weiteren Trip mit Zug oder Straßenbahn hätte ich mental nicht durchgestanden. Ich hoffe nur, all die netten Menschen, die ich heute morgen im Zug kennengelernt habe, kommen wenigstens im Verlauf des Wochenendes an ihren Zielort: die Tschechin, die in Dresden natürlich alle Anschlußzüge verpasst hat, bzw. eine Strecke war eh gesperrt und der Mann, der heute über Wien nach Albanien zu seiner Tochter fliegen wollte: der Wienflug wurde heute morgen als erster gestrichen. Ich bin wirklich froh, wieder glücklich daheim zu sein!
Und nun werde ich mal in Ruhe stöbern, was bei Euch alles passiert ist und dann mache ich mich an den Wollfee-Fragebogen.

3 thoughts on “Home, sweet home!

  1. Wenn einer eine Reise tut … Schön, dass du wieder heile gelandet bist, hört sich ja nach einem wirklich aufregenden Ost-Trip an. Ich hab’ Dienstag übrigens um 12 Uhr einen Termin in Tübingen und wollte fragen, ob du nachmittags schon verplant bist? Sonst könnten wir noch ein gemütliches vorweihnachtliches Strickcaf machen? Am Freitag düse ich dann in die Pfalz.
    Liebe Grüße Andrea

  2. Wirklich gut, daß Du heil wieder angekommen bist!

    Zu Dresden: die Frauenkirche ist schon toll, ich war aber auch noch nicht drin und zwar auch wegen der Schlange davor. Aber ich mag diese Stadt wirklich gerne und freue mich jedesmal wieder, auch dann, wenn ich sie nur von der A4 aus im Vorbeifahren angucken kann. Schade, das mein Bruder dort weggezogen ist… In Chemnitz hatte ich die ganze Zeit den Eindruck, daß diese Stadt (Häuser) die Wende verpaßt hat, ist aber mittlerweile auch schon 3 Jahre her.

    Erhol Dich gut von den Strapazen der Reise!
    Und die Felted-Tweed-Farbe gefällt mir sehr gut!

    Katja

  3. Hallo Wollprinzessin, hattest Du also das gleiche Ost-Erlebnis mit der Bahn wie ich vor drei Wochen von Chemnitz aus kommend! Ab Erfurt ging nichts mehr, weil die Technik ausfiel!

    Aber irgendwie kommt man ja immer nach Hause – erhol Dich gut!

    Deine Wollfee