Nadelstiche

Nun ist es also so weit: der Schuster meines Vertrauens (erst vor drei Wochen rettete er meine durchgelaufenen Naturalista-Boots, an denen ich sehr hänge und an denen auch nichts kaputt war außer die durchgelaufenen Sohlen. Ich bin ja ein großer Freund von Sachen reparieren vor allem, wenn ich endlich schöne und bequeme Schuhe gefunden habe – aber: ich schweife ab!) hat seine Kurzwarenabteilung sein Kurzwarenregal aufgelöst. Wollte ich doch heute nicht nur Schnürsenkel bei ihm kaufen sondern auch noch dünnes Gummiband (Puffärmel, ich will ganz viele Puffärmel diesen Sommer!) kaufen. Auf meine entsetzte Nachfrage meinte er: “Ja, aber Leute kaufe nix davon”. Selbstlos wie er ist, durchsuchte er zwar noch seine Geheimschublade, aber da war nur noch breites Gummiband und nicht das, das ich wollte und das er äußerst entzückend als “ja, ich weiß, du willst Spaghetti” bezeichnete. Und nun? Keine Kurzwaren mehr in der Innenstadt. Es sein denn, ich würde in die Stoff-Apotheke gehen und mir sagen lassen wollen, daß Gummiband wohl was für unfähige Anfänger ist und daß man sich zu fein für so einen Krempel ist. Was ich natürlich nicht will und tue. Und wo kaufe ich jetzt die Nadeln für die Nähmaschine? Immerhin waren seine Nadeln von Groz-Beckert, ohne Singer- oder Pfaff- oder Schlag-mich-tot-Aufdruck und deshalb um Längen günstiger und außerdem aus dem Geburtsort und aus der Nachbarschaft (sofern das auch nicht Re-Importe waren). Das ist doch gelinde gesagt Scheiße, daß ich meinen wenigen Krempel jetzt bestellen muß, nur weil zu wenige Leute Kurzwaren benötigen. Dann kommen die Versandkosten dazu und dafür gibt es in der Innenstadt wieder einen Optiker oder Handyladen mehr in der Innenstadt. Der OB probt einen Aufstand gegen “die Großen”, wenn ein Sportartikel-Großhändler an den Innenstadtrand will, gegen den alltäglichen Verfall der Innenstadt wird nichts getan, gibt auch keine Presse für Gummiband. Ist auch zugebenermaßen kein weltbewegendes Problem. Da fällt mir gerade ein, daß ich heute beinahe auf eine tote Ratte getreten bin – wohlgemerkt nicht im Abwasserkanal sondern auf einem öffentlichen Gehweg. Ich fasse also zusammen: keine Kurzwaren mehr, dafür Nagetiere. Das ist natürlich auch eine Art der Innenstadtentwicklung.

Da war früher auch ein Kurzwarenladen drin. Ich erinnere mich noch, wie ich mit meiner Mutter da drin stand und sie – für mich – sehr geheimnisvolle Dinge gekauft hat.

Graue Maus in Kittelschürze

Nach einer extrem arbeitsreichen Woche habe ich das schlechte Wetter am Wochenende genutzt, um ein bißchen zu nähen. Naja, ein toller Spaziergang im Sturm auf der Alb war auch noch drin mitsamt einer äußerst anhänglichen Hofkatze:

Schon vor zwei Wochen entstanden aus grauem Walkstoff (wieder hier erstanden) und wieder mit dem Schnitt von “Norderney”. Dieses Mal kürzer und wirklich angenehm bei der Arbeit zu tragen, nicht zu warm und ich habe die Arme frei um zu fuchteln ;-)

Nun also zu den Versuchen mit dem neuen Buch, so richtig mit Ärmeln. Da hätten wir also meinen ersten Versuch. Da habe ich gleich einen Fehler im Schnittmuster gemacht, dadurch ist es etwas sehr weit geworden. Ich buche es als Prototyp ab, denn ich werde das Blüschen nochmal nähen, dann aber korrekt geschnitten.

Ich muß gestehen, ich hatte eine höllische Angst vor den Ärmeln, aber ich hab’s hingekriegt und war mächtig stolz. Der Stoff ist aus dem geerbten Vorrat meiner Oma: winzigkleine rote Punkte auf Weiß. Modell 7b aus Simple Modern Sewing.

Kommen wir zu meinem zweiten Versuch und meinem Favoriten: Der Stoff ist ebenfalls von meiner Oma, ich erinnere eine Kittelschürze daraus und bin mir sicher, daß sich Oma gerade köstlich amüsiert. Eine Bluse mit Raglanärmeln und Gummi-Rüschen-Abschluß. Echt einfach, sogar ich hab’s gleich verstanden.

Und ich mag diese weiten Teile. Stelle ich mir angenehm im Sommer vor. Auch das kommt auf die Liste “Mach ich noch mal!”.

Modell 2a aus  Simple Modern Sewing.

Und nun wird es entweder mit einem Rock oder einer Hose weitergehen. Wieder mit Omas Stoffen, ich habe noch genügend davon und Retro ist ja wieder in ;-)

geschenkt, gekauft, gewonnen

Ja, ich auch! Auch ich habe mir zu Weihnachten und Geburtstag einen Kindle schenken lassen und bin schwer begeistert vom Schriftbild, von der Leichtigkeit und von der Tatsache, daß ich beim Lesen während ich auf der Seite liege nicht mehr mit “guten” und “schlechten” Seiten zu kämpfen habe.  Und weil ich keine Lust hatte, nahezu ein Drittel des Kaufpreises zusätzlich noch in eine Hülle zu investieren, habe ich mir aus Resten selber eine genäht. Außen Walkstoff, innen alter karierter Bettbezug.

Gestern neuen wunderschön mausgrauen Walkstoff gekauft, um vielleicht noch ein Kleid zu nähen oder was ganz anderes (z.B. eine männertaugliche Kindle-Hülle). Anregung genug kam heute mit der Post: wunderschöne Oberteile und Röcke, die alle angeblich leicht zu nähen sind. Mal schauen, ob ich mich da ran trauen werde. Schon das Teilchen vom Cover gefällt mir ausnehmend gut.

Ebenfalls mit der Post kam diese Woche mein Gewinn aus Tichiros Weihnachtstombola. Am letzten Tag wurde dann doch noch eine meiner Losnummern gezogen und ich habe mich gefreut wie Bolle über die Kauri:

Bei der nächsten Weihnachtstombola werde ich auf jeden Fall wieder mitmachen.

Achja, und noch etwas in eigener Sache: weil ich hier gerade mit Spam-Kommentaren zugemüllt werde, ist die Kommentarfunktion vorerst auf Moderation umgeschaltet.

Grau

Für’s neue Jahr wünsche ich mir mehr Licht, das ist ja nicht zum Aushalten, dieser Dämmerzustand den ganzen Tag über! Aber es hilft ja nichts diese Jammerei zum Jahresende. Statt dessen praktisches: ich habe schon mal vorsorglich meine Wanderschuhe imprägniert, falls der Regen doch noch ein wenig nachlässt und der Liebste und ich unseren eigentlichen Silvesterplan umsetzen können. So oder so gibt es heute Abend aber erst mal “Brathühnchen für zwei” nach Jamie Oliver, ich bin sehr gespannt, habe noch nie was gefüllt. Da wir an Weihnachten ein Käsefondue, das laut Rezept für vier Personen bestimmt war, alleine geschafft haben, sehe ich auch dem anderthalb Kilo Vogel gelassen entgegen.

Nach Weihnachten habe ich noch was neues angeschlagen (nicht daß hier nicht genug angefangene Sachen rumliegen würden – ab morgen wird nur noch fertiggestellt, nichts mehr angefangen!). Es soll ein zweiter schlichter Dandelion werden aus selbstgesponnener Gotland. Die Anleitung gibt’s übrigens mittlerweile kostenlos als Download.

Mittlerweile habe ich die Hälfte des Rückenteils, davon gibt es aber kein Foto, denn heute ist es definitiv zu dunkel. Deshalb noch eines, das ich vor ein paar Tagen gemacht habe, als es gerade mal hell war…

Grau kann auch sehr schön sein!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch!

Da haben wir die Bescherung

Mit dem Zeigen der Weihnachtssocken will ich mal wieder den Blog beleben (und gleich für’s nächste Jahr Besserung geloben). Die bunten hatte ich schon in der Geschenkekiste und sind für die Damen der Schwiegerfamilie. Die anderen, die “Herrensocken” in ansprechenden Grau-Grün-Tönen (ja, das hat Spaß gemacht bei den Lichtverhältnissen derzeit – Merke für’s nächste Jahr: graue/dunkle Socken im Hochsommer stricken!) für des Liebsten Vater und Bruder. Die schwarzen natürlich wie immer für meinen Papa, er will nichts anderes, also kriegt er halt seine schwarzen Socken.

Für alle weiblichen zu Beschenkenden gibt’s dieses Jahr noch Lavendelsäckchen dazu. Die hatte ich ja schon längst genäht, mußten nur noch gefüllt werden. Fein, wenn sich das mit Geschenkekiste bewährt, das ganze Jahr kommt was rein und am Ende habe ich eigentlich viel zu viel ;-)

Die meiste Arbeit hatte ich dieses Jahr nicht mit den gestrickten Geschenken sondern mit zwei Fotoalben, die ich für meinen Bruder und meine Mutter erstellt habe.  Ich habe mich ja dem fotografischen Nachlass meines Opas angenommen und der ist groß. Ich habe nun für’s erste 200 Dias einscannen lassen und diese teilweise sehr zeitaufwendig am Computer restauriert. Zusätzlich habe ich einen Teil der Fotos, die seit Jahrzehnten in diversen Pralinenschachteln rumliegen, gescannt. Von allen Bildern habe ich Abzüge machen lassen und dann begann die große Auswahlphase, da in jedes Album nur 40 Bilder gingen.  320 Fotoecken später sind die Alben aber fertig und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Ich wünsche euch schöne Weihnachten!

Fernsicht

Wenn es so trübe wie heute ist, ist es gut, sich daran erinnern zu können, daß man nur einen Tag vorher noch das schönste Wetter genießen konnte, einfach weil man auf der richtigen Seite der Suppe war. Wir sind gestern relativ früh losgefahren in Richtung Onstmettingen und ich hatte gewettet, daß die Sonne rauskäme, sobald wir auf der Höhe wären. So war es! Und so haben wir einen schönen Marsch am Albtrauf entlang gemacht mit einem kleinen Einkehr-Päuschen.

An vielen Mehlbeerbäumen vorbei, die Beeren auch probiert (naja, die Schale hat einen guten Nachgeschmack, der Rest schmeckt halt mehlig).

Phantastische Aussichten genossen…

Und vom Aussichtsturm auf dem Raichberg konnte man sogar die Alpen sehen! Und daran will ich mich erinnern, wenn ich wie jetzt schon vormittags das Bedürfnis habe, das Licht einzuschalten…

gewalkt und getupft

Immer wenn es auf den Winter zugeht, bekomme ich das große Bedürfnis nach einem Kleid. Einem warmen bequemen Kleid, eines das “zwiebel”-fähig ist, sprich eines, unter und über das man was anziehen kann oder eben auch nicht. Eines, mit dem ich auch bequem spazieren gehen kann. Und nie finde ich eines. Also habe ich die Anleitung für “Neko” bei Twist Collective erstanden. Da ich dafür aber die Wolle spinnen will, wird das noch etwas dauern. Wie gut, daß mich der Zufall/die Arbeit diese Woche in einen Stoffladen geführt hat, wo ich mich sofort in diesen Walkstoff verguckt habe:

Daheim erinnerte ich mich, daß ich vor etlicher Zeit das Schnittmuster “Norderney” gekauft hatte, in der wahnsinnigen Annahme, daß ich eines Tages ein Kleid nähen könnte. Damals war ich voller Tatendrang, daß ich sogar schon das Schnittmuster übertragen hatte, alles lag bereit. Und was soll ich sagen: an einem Nachmittag ist das getupfte Wollkleid fertig geworden. Mit ein paar kreativen Änderungen, so ist das Kleid länger als die Tunika in der Anleitung und am Schluß habe ich an den Armausschnitten einen spontanen mutigen Abnäher gemacht (ach, so geht das?!). Jetzt müsste es nur noch kälter werden ;-) Aber zum fotografieren hat es schon gereicht:

Erst mal die Ausrüstung zusammentragen…

Den Fernauslöser testen…

Und dann das Kleid austesten… Ja, mit dem kann man springen!

Und zufrieden? Ja!

Erntezeit

Ein bißchen was habe ich doch zwischendurch gestrickt. (Über das größere muß ich extra schreiben, das ist eine längere Geschichte…)

Zwei Paar bunte Socken, das rechte Paar für mich, das linke für die Geschenkekiste. Beide aus Aldi-Wolle, die links vom letzten Jahr, die rechts von neulich.

Erbe

Dieses Jahr war sehr von Haushaltsauflösungen dominiert, sei es in meiner Familie oder in des Liebsten Familie. Ich habe natürlich unendlich viele Stoffe und Kurzwaren vor dem Container gerettet, Küchenutensilien wie die abgeschabten Holzkochlöffel meiner Oma, an denen für mich viele Kindheitserinnerungen hängen usw. Die anderen haben mich das eine oder andere Mal komisch angeschaut, aber sei’s drum, für mich sind das Schätze. Bloß: wie die Schätze anschauen, würdigen, gar zeigen? Die meisten Sachen sind ja mittlerweile wieder gut verstaut, schließlich habe ich leider nicht den Platz und die Zeit, ein eigenes Museum aufzumachen. Deshalb habe ich mir einen kleinen Objektrahmen gekauft, den ich in unregelmäßigen Abständen füllen möchte.

Das war der Objektrahmen für September:

Strumpfhalter, damaliger Preis:  60 Pfennig. Aus dem Haushalt einer großen Handarbeiterin: Tante Anna.

knallig

Auch noch nebenbei fertig geworden sind ein paar Socken aus gut abgehangener Wollmeise, die ich damals in Sindelfingen gekauft habe. Die Farbe hat mich damals überwältigt, sie überwältigt mich noch heute!

Für mich, Größe 40, Nadelstärke 2,5 mm.