Heppa!

Oder: geplatzter Knoten/Verlust der Nervosität an der Nähmaschine oder so ähnlich…

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Dieses Bild vorweg, weil es das einzige ungeblitzte ist und somit die Farbe am ehesten wiedergibt, auch wenn die Kamera mit Rot einfach nicht so kann. Diesen Stoff habe ich vor ein paar Tagen gesehen und gleich gekauft. Inbegriff des Sommers, tolles Rot, tolles Orange – das hat mir gefallen. Daraus sollte ein Rock werden, wieder der ganz einfache Schnitt, wieder mit Gummizug. Daß ich beim Zuschneiden einen Fehler gemacht habe und statt zwei Teilen nun vier in den Händen hielt: sei’s drum, ich blieb entspannt.

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Auch daß auf einmal Zipfel da waren, wo auf dem Schnitt keine Zipfel zu sehen sind: egal – die Zipfel wurden wegimprovisiert. Daß ich auf dem schlechten Foto auch noch orangene Socken trage: pfeif drauf – es ist kühl heute.

Es blieb Stoff übrig. Ich bat meine Mutter, mir den Schnitt mitzubringen, aus dem sie mir vor einigen Jahren einige Tops genäht hatte. Und machte mich äußerst entspannt daran, zum ersten Mal was zuzuschneiden, das nicht rechteckig ist:

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Sondern einen Ausschnitt hat! Und sogar kleine Schlitze an der Seite (Schlitze! – ich!):

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Und was noch viel sensationeller ist: es passt!

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Marke Kittelchen/Hängerchen, saubequem, luftig und doch angezogen und ich bin stolz wie Bolle!

Aus dem Nachlass…

…meiner Oma stammt der Stoff. Ich habe ihn schon lange und mochte ihn immer sehr. Irgendwann mal sollte daraus ein Rock werden. Nicht bedacht habe ich, daß das glitschige Material nicht unbedingt für einen Erstling geeignet ist, weder einfach zuzuschneiden noch zu nähen. Und knittern tut der Stoff auch wie verrückt. Aber schön ist er.

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Und so machte ich mich am Dienstag spontan daran, einen Rock zu nähen. Das Schnittmuster habe ich aus einer uralt Burda Easy Fashion, allerdings ist eigentlich nichts mehr so wie in der Anleitung: natürlich kein Reißverschluß (nicht wegen des Reißverschluß’ selbst, aber bei dem glitschigen Stoff: keine Chance!), dafür einen gepflegten Gummizug. Kürzer als das Original und hüftig. Natürlich ist das noch kein Gesellenstück und meine Oma rotiert wahrscheinlich gerade in ihrem Grab (denn sie konnte richtig gut nähen), aber: der Rock passt, die Nähte sind einigermaßen gerade und halten.

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Tragen kann ich nur an einem sehr warmen Tag, allerdings darf ich dann nicht gegen die Sonne stehen, sonst gibt es so ein Lady-Di-Gedächtnisfoto 😉

Auch fertig geworden ist das X-te Paar Little Child Socks:

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Anleitung: Little Child’s Socks in Knitting Vintage Socks von Nancy Bush. Wolle: Zitron Trekking XXL, Farbe 1400, Verbrauch: 77 Gramm, Nadelstärke 2,5.

(verflixt und zu-)genäht!

Die Urlaubswoche habe ich auch zum Nähen genutzt. Es gab Gelegenheit, sich an „Männersachen“ zu üben: das Navi des Liebsten brauchte ein gepolstertes Säckchen. Da ich Genie vergessen hatte, das Teil auszumessen, entstanden drei verschiedene, mit dickem Vlies gepolsterte Säckchen.

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Der einzige einigermaßen männertaugliche Stoff war der alte Bettbezug.

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Eines war letztendlich von der Größe her richtig, die anderen kann man z.B. als Beutel für Objektive verwenden. Schön einfach, das kann ich.

Gestern dann Frust auf der ganzen Linie: Wendebeutel standen auf dem Plan, einen will ich meiner Mutter schenken, die anderen sollten in die Geschenkekiste. Alles Laura Ashley-Stoffe, alle Beutel mit weißem Futter, wirklich zum Wenden.

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Um ehrlich zu sein: der erste (der ganz gepunktete) ist der einzige ohne Fehler, bei den anderen hat sich jeweils eine Falte eingeschlichen, von mir schwer bekämpft, allerdings wurde ich geschlagen.

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Immerhin habe ich mal meine Nähmaschine ausgetestet: ach: das gibt’s auch andere Stiche?

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Irgendwie komme ich beim Nähen nicht weiter… Da werfen mich so ein paar Beutel zurück – ich werde wohl oder übel mal einen Kurs machen müssen oder mich mehr entspannen an der Maschine 😉

Und wie’s drinnen aussieht…

…geht keinen was an 😉

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Weil heute Nachmittag der Urlaub begann und es regnete, weil es morgen auf den Markt geht und ich einfach mal wieder „ratzfatz“ was nähen wollte: Die Ratzfatz-Tasche (kostenlose Anleitung von Farbenmix). Obwohl ich gesehen hatte, wie weitaus bessere Näherinnen damit Schwieirigkeiten hatten, obwohl ich geahnt hatte, daß ich beim Zuschneiden einen Fehler gemacht habe: ich habe wie immer dumpf weitergenäht – ratzfatz ist anders… Um meine Zuschneidefehler auszubügeln mußte innen auch noch angesetzt werden. Weil ich die Anleitung nicht richtig verstanden habe, mußte ich den Abschluß oben anders machen und deshalb mußte noch ein Band ran und eine verunglückte Zickzack-Kante. Der Nachmittag ging dafür drauf.

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Aber nun ist sie fertig und es passen auch A4-formatige Zeitschriften rein, die ich mir im Ich-habe-jetzt-frei-und-mache-ganz-tolle-Sachen-Überschwang gekauft habe, um daheim zu merken, daß die Anleitung für das Kleid, das mich überhaupt erst zum Kauf verleitet hat, gar nicht im Heft ist, sondern extra bestellt und bezahlt werden muß – so nicht, Freunde!

mal wieder genäht

Der heutige sonnige Vormittag schrie direkt nach einem Kontakt mit der Nähmaschine. Es ging nicht darum, etwas konkretes zu machen, sondern sich mal wieder ein, zwei Stunden an die Maschine zu setzen und zu üben. Und da ich vor einigen Tagen beim Spinntreff in Reutlingen, den Andrea so prima organisiert, gehört habe, daß ich einen Ruf zu verlieren habe als Blümchen- und Chichi-Tante, lag es nahe, ein paar Dekoherzen zu fabrizieren. Hat den Vorteil, daß es relativ schnell geht, ich mit Bändern und Stoffresten rumfriemeln kann und das Nähen im Runden üben kann.

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Das erste war so vermurkst, daß es jetzt mit Lavendel gefüllt sein Dasein im Wollschrank fristet. Die anderen kommen in die Kiste und können vielleicht mal als Anhänger an einem Spontangeschenk dienen.

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…und meinen Ruf retten :-)

Kreischen for runaways

Immer nur Bilder vom Central Park Hoodie zeigen ist ja langweilig. Außerdem hat mich heute Nachmittag spontan das Nähfieber überfallen. Genauer gesagt eine E-Mail der ausgewanderten Freundin war schuld, in der sie mir Bilder der neueten Cath Kidston Tasche zeigte, die sie für mich im örtlichen Supermarkt besorgt hat. Hier klicken und dann ist es das Modell „Classic Floral“. So viel Blümelein erinnerten mich daran, daß ich ja auch noch einen Wachstuchbeutel für die ausgewanderte Freundin nähen wollte, immerhin hatte sie die Idee. Und da ich nun in lediglich 12 Tagen fliege, war es an der Zeit, die Arbeit zu beginnen.

Interessantes Hörerlebnis heute: Nähmaschinennadel bricht. Besonderes Schmerzerlebnis: Stecknadel unter Fingernagel. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse, ein klitzekleiner Fehler, den ich aber nicht preisgebe, weil man ihn kaum sieht. Und hier ist das Ganze in Grün:

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Ich hoffe, sie wird mich nicht schlagen, das Beutelchen ist schon hart an der Grenze zum Kitsch.

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Mal wieder genäht nach einer Anleitung von Gretelies. Das Futter ist derselbe Laura Ashley-Stoff wie bei meinem Wachsbeutel. Ich denke, am besten gehen wir beide mit unseren Beutelchen in King’s Lynn in den Laura Ashley-Laden, kreischen ein wenig und ich kaufe Nachschub :-) Allerdings dann nicht für Beutel, denn davon habe ich nun wahrlich genug.

Kreischt jemand mit mir?

Neulich am Telefon dachte die ausgewanderte Freundin darüber nach, wie cool es doch wäre, so einen Beutel wie sie ihn schon hat aus Wachstuch zu nähen, um auch im Regen angemessen ausgestattet zu sein. Nicht daß sie nähen würde, aber als Ideengeberin ist sie echt gut. Mir gefiel die Vorstellung und dachte darüber nach. Irgendwie scheiterte das Projekt in meinen Gedanken vor allem an dem Wachstuch, denn – ich erwähnte es bereits – ich wohne in der Einkaufsprovinz. Ein paar Tage später allerdings bin ich fündig geworden: Wachstuch von Green Gate in Blau und Grün. ich war hin und weg.

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Nun ist der Wachsbeutel fertig und ich kreische innerlich begeistert!

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Zwar war das erste Nähe mit dem Wachstuch schweißtreibend, aber dann hatte ich den Bogen raus.

Das „Futter“ ist ein Laura Ashley-Stoff, den ich mir im Sommer aus England mitgebracht habe.

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Aber es ist natürlich kein schnödes Futter, denn auch diesen Beutel kann man wenden.

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Ganz am Schluß kam mir noch die Idee mit den Bändern, auch aus England.

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Genäht wie immer nach einer tollen Anleitung von Gretelies, die Anleitung ist aber nicht mehr verfügbar. Auch der Beitrag, der das erklärt, ist nicht mehr da. Hm, schade daß hier offenbar mal wieder Schindluder mit einer Anleitung getrieben wurde und für geschäftliche Zwecke genutzt wurde.

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Ich erfreue mich jedenfalls an meinem Allwetterbeutel!

Nennt mich godmother-of-raffen!

Die schwarze Rippenjacke trocknet auf dem Wäscheständer, deshalb Bilder vom heutigen Nähtag. Da das Wetter mehr als bescheiden ist, war ich auch nicht alleine, sondern die Katz leistete mir Gesellschaft:

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(Als wäre dies der einzige Stuhl in der Wohnung! Erstaunlicherweise ist sie nicht runtergerutscht, ich beneide sie um ihren Gleichgewichtssinn.) Beide Beutel, die ich heute gemacht habe, sind wieder nach dieser prima Anleitung genäht. Den ersten Beutel bekommt die auswandernde beste Freundin (wenn sie ihn denn will), damit sie in England angemessen auf den Markt gehen kann:

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Dieses Mal habe ich auch keinen Fehler gemacht, so daß die Beutel tatsächlich Wendetaschen geworden sind:

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Der zweite Beutel ist der Anna-Bäs-Gedächtnisbeutel. (Bäs=Base)

Das ist „Anna-Bäs“, eine Urgroßtante von mir, die ich nicht mehr persönlich kennengelernt habe, die aber mir immer sehr vertraut war, da die Erzählungen über sie zahlreich waren und sie wurde auch immer so genannt. Sie lebte von 1873-1962.

Neulich entdeckte meine Mutter auf dem Dachboden meines Opas einen uralten Bettbezug mit ihren Initialen und fragte, ob ich ihn vielleicht haben will. Na klar!

 

 

 

 

 

 

 

 

Er muß wirklich uralt sein, das Karo schon leicht verblichen und an etlichen Stellen geflickt:

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Aber da sind eben auch das schöne Monogramm und die entzückenden Knopflöcher:

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Leider ist das Monogramm an einem ungünstigen Platz, so daß ich es für diesen Beutel nicht verwenden wollte. Ich habe ihn größer gemacht als die anderen, will ihn vielleicht als Strandtasche benutzen.

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Die weiße Blende oben habe ich aus einer uralten, zum größtenteil zerschlissenen Tischdecke gemacht. Ein sehr schönes Monogramm, allerdings keine Verwandtschaft sondern Nachbarschaft .

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Innen wie der andere Beutel schlicht weiß. Aber von außen doch ein echtes Vintage-Recycling-Stück!

und wöchentlich grüßt das Murmeltier?

Leider gibt es so gar nichts strickiges zu zeigen. Ich langweile mich und euch mit der Begründung, daß mir in der letzter Woche einfach die Zeit dazu gefehlt hat. Aber: ich habe heute und das Wochenende frei, komplett frei, keinerlei Verpflichtungen! Und das wurde vorhin doch glatt mit einem weiteren Platzset gefeiert.Und mangels anderer Ereignisse gibt es nun eine langatmige Bilderstrecke.

Man nehme zwei gleich große Stücke Stoff:

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Dann schneide man ein passendes Stück Vlieseline zu (da fangen bei mir schon die Schwierigkeiten an, ich hab’s nicht so mit dem Schneiden in einer Geraden), legt alle drei Teile aufeinander und bemerkt, daß man eben nicht schneiden kann:

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Also muß man nochmal nachschneiden, hier spätestens erklärt es sich, daß ich vorzugsweise mit Stoffen nähe, auf denen ein Karo oder wenigstens Streifen sind:

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Und nun kommt der größte Spaß: das Absteppen, das natürlich nur deshalb einigermaßen regelmäßig gelingt, weil ich Karos zum Abzählen habe (das Mantra für heute: „jedes dritte Kästchen“).

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Es folgt der Gruselfaktor: die Umrandung. Ich benutze dazu gerne (wenn auch unüblich, oder?) Körperband Köperband (den Namen habe ich heute erst gelernt habe ich erst durch Barbara gelernt, danke!). Das bügele ich zur Hälfte und versuche es mit allen verfügbaren Stecknadeln zu bändigen. Insbesondere die Ecken verursachen Schweißausbrüche:

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(An dieser Stelle könnte ich wieder eine Geschichte erzählen, die mit den Worten beginnt: geht eine Frau ins Nähgeschäft… Ich verzichte. Aber das Erlebnis hat mich dazu bewogen, vorhin online Band auf der Rolle zu bestellen, sogar in einer Farbe, von der wiederum im Laden behauptet wurde, es existiere kein Band in dieser Farbe… Und vom Unterschied im Meterpreis will ich mal schweigen.)

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Nach einer dreiviertel Stunde ist das Teil zwar nicht perfekt aber fertig und ich kann eine Kaffeepause genießen.

statt einer Kettensäge…

…habe ich heute nach der Arbeit die Nähmaschine knattern lassen. Ich habe leider keine Kettensäge… Ach, immer wenn ich zwei Wochen am Stück gearbeitet habe, trage ich so eine latente Aggressivität in mir. Um sie vernünftig abzubauen, zum Beispiel mit Sport oder Gartenarbeit, fehlt mir dann aber auch die Zeit: eine weitere sieben-Tage-Woche liegt vor mir, ich mag nimmer, ich will Sommerpause. Heute hatte ich nach der Arbeit das tiefe Bedürfnis, Motorengeräusche zu hören, und so blieb nur die Nähmaschine:

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Wie heißen solche Teile nochmal? Platzset? Naja, auf jeden Fall sind sie beidseitig verwendbar und sind schon gleichmäßig in der Wohnung verteilt.

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