Reisen bildet, das wissen wir alle. Und ich freue mich auch, in knapp zwei Wochen wieder mal nach London reisen zu können. Was mich aber auch sehr freut, sind diese relativ kurzen Ausflüge in die nähere Umgebung, die mein Liebster mit mir unternimmt, bei denen ich so viel unbekanntes in allernächster Nähe entdecke. So viel Geschichte, so viel neues, so viel schönes in der nächsten Nähe!
So waren wir letztes Wochenende in Glatt, um dort das Wasserschloß und die dort untergebrachten Museen anzuschauen. Was für ein Juwel! Und die Ausstellungen teilweise so hervorragend gemacht!

Am Ostersonntag fuhren wir nach Haigerloch. Kannte ich bis jetzt auch nur von der Taufe meines Neffen. Und ich gestehe: den Atomkeller hatte ich noch nie angeschaut, kein Schulausflug dorthin gemacht, nie hat es „gepasst“, einfach mal so hinzufahren. Was war ich enttäuscht, wie lieblos, wie altbacken die Ausstellung, was könnte man daraus machen! Eher zufällig sahen wir beim Schlendern durch das ausgestorbene Städtchen, daß die ehemalige Synagoge offen war. Was für eine Offenbarung an großartiger Museumsarbeit!

Nach der sehr gut gemachten Ausstellung sind wir noch über den jüdischen Friedhof gelaufen.

Und wieder mal die Erfahrung gemacht, daß man, um den eigenen Horizont zu erweitern, nicht immer weit fahren muß. Es liegt gleich um die Ecke, das Neue, das Alte, das Erinnerungswerte.