Aus dem Nachlass…

…meiner Oma stammt der Stoff. Ich habe ihn schon lange und mochte ihn immer sehr. Irgendwann mal sollte daraus ein Rock werden. Nicht bedacht habe ich, daß das glitschige Material nicht unbedingt für einen Erstling geeignet ist, weder einfach zuzuschneiden noch zu nähen. Und knittern tut der Stoff auch wie verrückt. Aber schön ist er.

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Und so machte ich mich am Dienstag spontan daran, einen Rock zu nähen. Das Schnittmuster habe ich aus einer uralt Burda Easy Fashion, allerdings ist eigentlich nichts mehr so wie in der Anleitung: natürlich kein Reißverschluß (nicht wegen des Reißverschluß‘ selbst, aber bei dem glitschigen Stoff: keine Chance!), dafür einen gepflegten Gummizug. Kürzer als das Original und hüftig. Natürlich ist das noch kein Gesellenstück und meine Oma rotiert wahrscheinlich gerade in ihrem Grab (denn sie konnte richtig gut nähen), aber: der Rock passt, die Nähte sind einigermaßen gerade und halten.

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Tragen kann ich nur an einem sehr warmen Tag, allerdings darf ich dann nicht gegen die Sonne stehen, sonst gibt es so ein Lady-Di-Gedächtnisfoto 😉

Auch fertig geworden ist das X-te Paar Little Child Socks:

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Anleitung: Little Child’s Socks in Knitting Vintage Socks von Nancy Bush. Wolle: Zitron Trekking XXL, Farbe 1400, Verbrauch: 77 Gramm, Nadelstärke 2,5.

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Mir war heute nach Feierabend so nach Zitronenkuchen…

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Mir war aber auch so Fairy Cake , ich bin ein großer Fan von diesen kleinen feinen, süßen und irgendwie Chichi-artigen Küchlein, kaufe sie oft in England. Oder bewundere sie nur mit einem leise gerufenen „ooohhh“. Irgendein Rezept für Rührkuchen, mit dem ich schon lange Zitronenkuchen mache und das „Frosting“ habe ich aus zwei Büchern zusammengerührt. Heutige Stimmung: Silberstreusel.

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Und was mache ich jetzt mit den restlichen zwölf Stück?

Heimat-Urlaub

Nach dem ersten Arbeitstag (Örks!) ist es nur richtig, noch kurz vom Kurzurlaub zu berichten, den wir mit schönen Ausflügen im Ländle gut rumbrachten. Viel Neues gesehen im badischen Teil des Landes und tatsächlich: in Mannheim reden die da genauso wie im Film, nur daß ich es da als Klischee abgetan habe 😉 Zunächst ein Besuch im Landesmuseum für Technik und Arbeit und dann ab zur ehemaligen Sternwarte.

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Ich finde Mannheim hässlich, schön war aber, daß ich eine zufällig eine Tasche gefunden habe, die mir schon lange gefällt, immer zu teuer war, nun sensationell reduziert, Bild dazu später 😉

Danach nach Schwetzingen in den Schloßgarten: sehr schön! Ich liebe schöne Gartenanlagen, auch wenn es nicht so aussieht:

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Ein schöner Ort zum Abschalten, zum Abtauchen in alten Zeiten, z.B. die Moschee:

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Ein langgehegter Wunsch war von mir, auch mal wieder Krauchenwies zu sehen, ein Ort, mit dem ich viele Kindheitserinnerungen verbinde. Wer ein paar Euro übrig hat: das Schloß steht immer noch zum Verkauf… Ich würde es ja nehmen, allein: es fehlt das Geld.

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An anderen Tagen einfach nur mit Fahrrad unterwegs gewesen, die Sonne, den Wind und ein Radler genossen und die neue Tasche ausgeführt, die doch passenderweise „Heimat“ heißt und ganz viel Karo und verstecktes Chichi hat 😉

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Und dann noch ganz was neues: einen Motorradhelm gekauft, damit der Beinahe-Erstkontakt zwischen Liebsten und Eltern auch gleich richtig standesgemäß abläuft (meiner Mama gefällt der Helm 😉 , mir sowieso – als Gegenpol zum Chichi :-) ):

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(verflixt und zu-)genäht!

Die Urlaubswoche habe ich auch zum Nähen genutzt. Es gab Gelegenheit, sich an „Männersachen“ zu üben: das Navi des Liebsten brauchte ein gepolstertes Säckchen. Da ich Genie vergessen hatte, das Teil auszumessen, entstanden drei verschiedene, mit dickem Vlies gepolsterte Säckchen.

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Der einzige einigermaßen männertaugliche Stoff war der alte Bettbezug.

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Eines war letztendlich von der Größe her richtig, die anderen kann man z.B. als Beutel für Objektive verwenden. Schön einfach, das kann ich.

Gestern dann Frust auf der ganzen Linie: Wendebeutel standen auf dem Plan, einen will ich meiner Mutter schenken, die anderen sollten in die Geschenkekiste. Alles Laura Ashley-Stoffe, alle Beutel mit weißem Futter, wirklich zum Wenden.

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Um ehrlich zu sein: der erste (der ganz gepunktete) ist der einzige ohne Fehler, bei den anderen hat sich jeweils eine Falte eingeschlichen, von mir schwer bekämpft, allerdings wurde ich geschlagen.

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Immerhin habe ich mal meine Nähmaschine ausgetestet: ach: das gibt’s auch andere Stiche?

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Irgendwie komme ich beim Nähen nicht weiter… Da werfen mich so ein paar Beutel zurück – ich werde wohl oder übel mal einen Kurs machen müssen oder mich mehr entspannen an der Maschine 😉

Cable Rib Socks

Vor einer Woche begonnen, nun schon fertig: die Cable Rib Socks aus Wollmeise Rhabarber.

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Sehr schönes Muster, leicht zu stricken und doch abwechslungsreich durch die kleinen Verzopfungen.

Und natürlich schöne Farbe :-)

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Anleitung: Cable Rib Socks von Erica Alexander in Interweave Knits Spring 2005. Wolle: Wollmeise Rhabarber. Nadelstärke 2,25 mm, Verbrauch: 101 Gramm.

Aber ich habe nicht nur an den Socken gestrickt diese Woche, sondern Heimat-Urlaub gemacht und viel gesehen und erlebt. Davon morgen mehr, der laue Abend schreit nach einem Biergarten-Besuch…

Tierisches

Irgendwie stand dieses Wochenende unter dem Motto „was alles mit Tieren zu tun haben kann“. Erweckte das gestrige Foto nämlich fälschlicherweise den Eindruck, ich hätte zu Hause eine Samtpfote – weit gefehlt: es ist eine Killermaschine: heute hat sie mir innerhalb einer Stunde zwei Amselkinder heimgeschleppt (insgesamt waren das dann diese Woche drei Vogelleichen), das erste hat leider auch noch gelebt und gelitten und entsetzlich gefiept, während draußen in der Hecke, wo ich das unglücklich plazierte Nest vermute, ein Vogelgetöse ausbrach. Manchmal ist mir das Katzenvieh sehr fremd – und ja, ich weiß, daß es ein Raubtier ist. Aber da ist sie meist monatelang das sanfteste Wesen und dann so eine Eruption an Instinkten… Was hätte sie wohl für ein Massaker an diesem kleinen Tümpel veranstaltet, an dem wir heute im Laufe einer geführten Wanderung durch den Schönbuch vorbeikamen. Das sind kleine Gelbbauchunken, die da eine kleine Poolparty feierten.

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Die gab es da in allen Stadien, nur die Ausgewachsenen waren so gescheit, sich nicht zu zeigen. Ziel der Wanderung war die Königliche Jagdhütte, zu der unsere drei Führerinnen glücklicherweise auch den Schlüssel hatten, so daß wir einen Blick hineinwerfen konnten.

Kommen wir zu den gestrigen „Tieren“: begonnen hat der Tag sehr früh in Riedlingen, wo wir ausgiebig über den tollen Flohmarkt bummelten. Da wir schon so früh dort waren (sechs Uhr…), sind wir danach noch nach Sindelfingen gefahren um, ihr ahnt es bereits, über den Handwerkermarkt zu bummeln. Natürlich bin ich zum Stand der Wollmeise. Ich hatte nicht mit diesen Mengen an Frauen gerechnet, die in Körben wühlen, Männer, die am Rande standen, teilweise die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, teilweise mit ausgestreckten Armen, auf denen die Stränge abgelegt wurden… Zufälligerweise war Andrea auch gerade am Stand, ich vermute aber, zu diesem Zeitpunkt schon fertig mit dem Einkauf 😉 Beim ersten Kontakt habe ich nichts gekauft. Als wir aber um die Ecke gebogen waren, meinte der Liebste, ich solle mir doch was kaufen, hinterher würde ich mich bestimmt ärgern. Also wieder hin, erste Ausbeute und die Nachfrage, ob denn auch Campari Orange noch auf Lager sei… Nö, kein Campari. Also weiter auf den Markt. Auf dem Rückweg fing mich dann netterweise Iris ab mit einem Strang Camapri Orange, der mittlerweile wieder eingetroffen war. Also kam der auch noch mit… Hier die Ausbeute:

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Im Uhrzeigersinn von oben links: Indisch Rot, Blaue Tinte, Campari Orange und Rhabarber. Letzterer hat es mir ja besonders angetan und so dachte ich schon auf der Heimfahrt darüber nach, welches Sockenmuster dafür wohl in Frage kommt. Die Antwort kam mir ziemlich schnell, denn neben meinen Little Child’s Socks sind die Cable Rib Socks, die ich von Sabine zum Nikolaus-Swap bekommen habe, meine Lieblingssocken (und die sind ja auch aus Wollmeise gestrickt). Und so habe ich schnell gewickelt und angeschlagen.

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Und wie’s drinnen aussieht…

…geht keinen was an 😉

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Weil heute Nachmittag der Urlaub begann und es regnete, weil es morgen auf den Markt geht und ich einfach mal wieder „ratzfatz“ was nähen wollte: Die Ratzfatz-Tasche (kostenlose Anleitung von Farbenmix). Obwohl ich gesehen hatte, wie weitaus bessere Näherinnen damit Schwieirigkeiten hatten, obwohl ich geahnt hatte, daß ich beim Zuschneiden einen Fehler gemacht habe: ich habe wie immer dumpf weitergenäht – ratzfatz ist anders… Um meine Zuschneidefehler auszubügeln mußte innen auch noch angesetzt werden. Weil ich die Anleitung nicht richtig verstanden habe, mußte ich den Abschluß oben anders machen und deshalb mußte noch ein Band ran und eine verunglückte Zickzack-Kante. Der Nachmittag ging dafür drauf.

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Aber nun ist sie fertig und es passen auch A4-formatige Zeitschriften rein, die ich mir im Ich-habe-jetzt-frei-und-mache-ganz-tolle-Sachen-Überschwang gekauft habe, um daheim zu merken, daß die Anleitung für das Kleid, das mich überhaupt erst zum Kauf verleitet hat, gar nicht im Heft ist, sondern extra bestellt und bezahlt werden muß – so nicht, Freunde!

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Vor nahezu exakt zwei Jahren wurde der Foxglove fertig. Manch einer erinnert vielleicht noch das Häkel-Drama, das ich daraus gemacht habe. Das fertige Jäckchen habe ich dann exakt zweimal getragen… Diese Häkelei passte irgendwie nicht zu mir. Seit Wochen nun schleiche ich um den geschmähten Foxglove herum und gestern habe ich mir ein Herz und eine Schere gefasst und bin den Häkelgedöns zu Leibe gerückt mit dem Ergebnis, daß außer dem gehäkelten Gürtel gar nichts Gehäkeltes an dem Ding ist und ich nun eine schlichte Wickeljacke habe. Die ist mir zwar leider mittlerweile zu groß, kann man aber durch das Wickeln kaschieren. Und das hier ist schon entsorgt, was aber nichts an meiner Dankbarkeit von damals ändert!

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Strick-Content

Doch es wurde auch gestrickt diese Woche, die so voll Arbeit und anderem Kram war, daß der Erholungsfaktor einer Woche Urlaub völlig dahin ist. Aber zurück zum Stricken: Ravenscar. Die Wolle habe ich mir aus London mitgebracht, die Farbe ist nicht die aus dem Rowan Magazin sondern einen Ton dunkler und nennt sich treffenderweise „Cement“. Rückenteil und ein halbes Vorderteil habe ich geschafft.

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Und ich habe kein bißchen schlechtes Gewissen Botticelli gegenüber sondern finde es toll, daß es auch schnell und einfach vorwärts gehen kann 😉