Herbstvorbereitungen

Ich habe begonnen, wieder zu spinnen. Eine Nachfrage von Sabine, ob ich denn noch spinnenwürde, brachte mich darauf, doch mal wieder selbst Hand anzulegen.Manchmal braucht’s einen kleinen Schubser 😉 . Also habe ich meinen Rohwolle-Vorrat gesichtet und mich für den „Rest“ (es sind immerhin noch über 800 Gramm) La Plata entschieden, die ich vor Ewigkeiten gekauft habe. Höchstwahrscheinlich wird’s ein Notre Dame de Grace-Pullover, den habe ich zwar schon, aber ich finde den so toll und praktisch, daß ich beschlossen habe, daß ein zweiter nicht schaden kann.

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Ich weiß gar nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe: ich habe in diesem Sommer eine kleine Haspel auf dem Flohmarkt erstanden… Aber zurück zur Wolle: der erste Strang mit 110 Gramm hat eine Lauflänge von ca. 100m auf 50g, am zweiten Strang bin ich dran. Die Wolle ist herrlich weich und finde die Farbe umwerfend. Wenn’s so weiter geht, kann ich in einzwei Wochen mit dem Stricken beginnen.

Raphael II

Was lange währt… Geplant als sommerliche Baumwoll-Variante, fertig geworden am Ende des Sommers: Raphael.

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Meine Erfahrungen mit der Baumwoll-Gabrielle haben mich bewogen, Raphael in der kleinsten Größe zu stricken. Ich gehe davon aus, daß der Pulli bereits nach einer Stunde Tragen schon etwas weiter sein wird. Oder formulieren wir es anders: ich hoffe es. Sonst muß der Pulli einen anderen Namen bekommen: „Wurstpelle in Rosa“ fällt mir da spontan ein.

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Die Wolle hätte wohl auch noch für den gehäkelten Rand gereicht, das war mir dann aber doch zu ungewiß und habe mich für einen weißen Häkelrand entschieden, auch damit das Ganze einen kleinen Pfiff bekommt, ein Knäuel weiße Wolle-Rödel Baumwolle habe ich am Wochenende noch in meinem Vorrat gefunden.

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Anleitung: Raphael von Marie Wallin in Rowan Magazine Nr. 44. Wolle: Baumwolle „Pariser Chic“ von der Hamburger Wollfabrik, Verbrauch: 500 Gramm, Nadelstärke 3,5.

aaahhh… (7)

Der Urlaub neigt sich dem Ende hin genau wie der Sommer. Aber gestern haben wir einen richtig tollen, schönen Urlaubstag verlebt. In aller Frühe sind wir nach Furtwangen gefahren, wo unter anderem ein hübscher Flohmarkt stattfand, wo ich mit Adlerblick ein richtiges Schätzchen entdeckt habe, aber dazu später mehr. Danach fuhren wir noch zur Donauquelle bei der Martinskapelle.

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Ein sehr hübsches Fleckchen Erde ist das dort! Und so beschlossen wir spontan, da oben auch zu Essen. Schön in der Sonne, aber kühl war’s, ein Vorgeschmack auf den Herbst (den ich aber sehr mag).

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Den heutigen Tag habe ich bisher mit der Fertigstellung von Baumwoll-Raphael verbracht: die Wolle hat gereicht, aber dazu gibt’s dann einen extra Eintrag. Und außerdem habe ich meinen Flohmarktfund erkundet und gesäubert: Ein Holzkästchen…

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Wenn man die Platte vorne hochschiebt, sieht’s dann so aus:

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Und das beste: es ist ein altes Knopfaufbewahrungskästchen!

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In der linken Lade sind teilweise riesige herrliche Hornknöpfe drin. Mittlerweile habe ich alle Knöpfe gewaschen, die trocknen nun in der Sonne.

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In einer der größeren Schubladen findet sich ein herrliches Sammelsurium von Haarklammern, Haken, Schlüsseln und das Metallröhrchen ist ein kleiner Nadelköcher.

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Noch mehr Knöpfe…

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In der obersten Lade fand sich eine alte Zigarettenschachtel, die wenigstens einen Anhaltspunkt über das Alter gibt (der Händler schätzte das Kästchen auf die Zwanziger Jahre), denn die Zigarettenfabrik Constantin wurde schon 1928 von Reemtsma übernommen.

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Pailletten, Perlen und Reste von geperlten Applikationen, das müssen mal tolle Kleider gewesen sein, die da jemand so gemocht hat, daß sie sogar die Reste davon aufgehoben hat. Ich bin ganz hin und weg von meinem Fund! Eine Knopfdose mehr, die Geschichten erzählt.

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Uaaahhh! Ich finde ja, daß man kein Bewerbungsgespräch im Urlaub machen müßte und außerdem, daß dieses Bewerbungsgespräch nicht bei gefühlten 30° stattfinden sollte. Das bringt Schwierigkeiten im Outfit und während des Gesprächs bemerkt man, wie sich auf seinem wohlgepuderten (damit man nicht so glänzt, harhar!) Gesicht Schweißtropfen bilden, weil man unter einer heißen Halogenlampe in einem nicht klimatisierten Raum sitzt. So muß man sich nicht nur darauf konzentrieren, wahnsinnig kluge, schlagfertige und zukunftsweisende Antworten auf ebensolche Fragen zu geben sondern muß zusätzlich durch Autosuggestion den Schweißbächlein an Stirn und Nase (die in meiner Vorstellung schon riesige Ausmaße angenommen hatten) einen unauffälligeren Weg zu befehlen oder noch lieber Spontanverdampfung. Doch, lief ganz gut. Für Daumendrücken wäre ich dennoch dankbar. Ich geh dann mal extremrelaxing!

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Ein kleiner Ausflug in die Landeshauptstadt stand gestern auf dem Ferienprogramm. Und zwar ganz ohne festes Programm, nur rumlaufen und sich von dem hochsommerlichen Wetter treiben lassen. Ich bin immer wieder erstaunt, daß man in Stuttgart, sobald man sich von den Gruseligkeiten rund um die Königstraße entfernt, durchaus wunderschöne Ecke findet. Ich liebe diese Kiezatmosphäre mit ihren nahezu menschenleeren Straßen, weil die Menschen vor der Hitze geflüchtet sind. Im Schlossgarten die Ruine des Lusthauses betrachtet und sich dann in den Schatten des Biergartens geflüchtet.

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Luxus des Tages war ein Kaffee bei Starbucks: ich hätte so gerne einen an meinem Wohnort, oder noch lieber ein Caffè Nero, ich bin allerdings Realist genug, um zu wissen, daß ich das vermutlich nicht mehr erleben werde. So bleiben mir nur die Ausflüge nach England oder eben die in die Provinzhauptstadt. Neulich bin ich auf Umwegen auf diesen Blog gestoßen und habe mich nun gestern noch mit sommerlich-leichter Lektüre versorgt. Das beste Schmankerl habe ich allerdings auf dem Weg zurück zum Auto gesehen:

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Klick darauf :-)

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Opas Johannisbeerhecken geben nicht mehr viel her und so blieb für mich nur noch ein kleines Schüsselchen. Zu wenig für Marmelade oder einen Kuchen und „einfach nur so“ mag ich die roten Träuble nicht so. Also wurde der Nachmittag mit einem Crumble versüßt.

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Sehr lecker und einfach, ideal für eine kleine Menge Obst, merk ich mir.

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aaahhh… (3)

Sie wird langweilig, diese stets kurz vor Fertigstellung bei mir wiederkehrend auftretende Panik, ob denn auch die Wolle reicht. So habe ich nun im Urlaub Zeit und Muße, an meinem Baumwoll-Raphael zu stricken. Heute ist der erste Ärmel fertig geworden. Also habe ich ihn gewogen: 90 Gramm. Dann die restliche Wolle auf der Kone gewogen: 186 Gramm. Hm. Kann mir bitte irgendjemand sagen, was so eine kleine Pappkone wiegt? Hat jemand eine leere daheim und ist gewillt, sie mal kurz zu wiegen? Und mich hoffentlich damit zu beruhigen… (zur Info, Pappkone von der Hamburger Wollfabrik, es waren 550 Gramm Wolle drauf.) Wenn’s denn nur für den Ärmel reichen würde, die Umhäkelei wollte ich eventuell eh in einer anderen Farbe machen, weiß oder crème. Uaaahhh…

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aaahhh… (2)

Tag zwei des Urlaubs und beim Aufwachen ohne Wecker (dafür aber erstaunlich früh) der Blick auf den bewölkten Himmel: herrlich! Versteht mich nicht falsch: schönes heißes Sommerwetter ist auch toll, aber für so einen richtigen Gammeltag braucht es etwas regnerisches Wetter. Und so:

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Liegen wir auf dem Sofa mit Kaffee und Buch…

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…nur um ab und zu die Position zu wechseln. Oder etwas von dem Zopf zu essen, den ich heute morgen schon gebacken habe. (Das war das erste Glas Heidelbeer-Brombeer-Marmelade…)

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Und jetzt scheint auch wieder die Sonne und man kann an etwas mehr Aktivität denken…

aaahhh…

…seit drei Stunden habe ich Urlaub, anderthalb Wochen, herrlich! Draußen Hitze, drinnen angenehm kühle Stunden auf dem Sofa mit Buch und Eis und Kaffee…

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Danke für Eure netten Kommentare zum Ravenscar, der tatsächlich nach dem Waschen ein bißchen besser aussieht. Und Danke für eure Aufmunterungen, das hat geholfen!

es gibt so Tage…

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… da muß man sich bei strahlendem Sonnenschein ein Feierabendradler aufmachen und man wünscht sich, es würde regnen, denn das würde der Stimmung eher entsprechen.

…da muß man sich entscheiden, obwohl man die Konsequenzen nicht kalkulieren kann.

…da macht man die Bewerbungsmappe fertig, mit der der Arbeitgeber wohl nicht rechnet. (Manche Gesichter würde ich schon gerne sehen…)

…da muß man ganz arg weinen, weil der Druck der Ungewißheit einfach mal raus muß.

…da fällt einem immer wieder der alte Liebermann ein: „Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“

…da hilft wohl nur noch ein Spaziergang, so groß ist der Vorrat im Kühlschrank nämlich nicht.