Versuch einer Antwort

Wow! So viele Kommentare! Das hätte ich nun nicht erwartet :-)
Ich möchte auf ein paar Punkte antworten, die häufiger genannt wurden:
-Ich solle halt die Blogs, die mir nicht gefallen, nicht mehr lesen. Das ist aber schade, denn ich habe (bis auf eine Ausnahme) lediglich die technischen Aspekte angesprochen, nicht die inhaltlichen.
-Es ging mir nicht um eine Anklage einzelner Blogs. Die Betonung lag auf: mir fallen Unterschiede auf. Es ist doch interessant zu überlegen, warum in dem einen Land/Kontinent offenbar andere Standards herrschen als im anderen. Den Punkt, daß Manuals meistens auf englisch seien, stimmt so nicht, es gibt hervorragende Dokumentationen auf deutsch.
-Ich fordere eben nicht, daß alle erst mal Webdesign studieren müssen, bevor sie einen Blog führen „dürfen“ (habe ich auch nicht). Ich stimme Euch zu: die Freiheit, die zumindest hierzulande im Internet herrscht soll bleiben. Aber: um irgendwas animiertes o.ä. einzufügen, muß ein HTML-Tag eingegeben werden, es mangelt eben gerade (meistens) nicht an Know-How.
-Es ist nicht nur eine Frage des (meines) persönlichen Geschmacks. Mein Geschmack ist egal. Es gibt Richtlinien, die international anerkannt sind, was eine Website/einen Blog zu einer/m technisch gut zugänglichen macht. Diese Richtlinien sind nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern von vielen Gremien entwickelt worden. Auch Farben sind nicht alleine eine Frage des Geschmacks, sondern die der Lesbarkeit (so ist z.B. erwiesen, daß gelbe Schrift auf weißem Grund nicht nur bescheiden aussieht, sondern vielmehr nahezu unlesbar ist). Interessant finde ich hier die Frage, warum offensichtlich diese Richtlinien im englisch-sprachigen Raum eher befolgt werden und warum (intuitiv?). Und warum diese Richtlinien in Deutschland kaum Beachtung finden und als Freiheitsbeschneidung empfunden werden.
-Ich halte meine Fragestellung nicht für typisch Deutsch. Eher typisch ist die Reaktion auf Kritik oder eine Frage: Wenn’s dir nicht gefällt, dann schau’s dir halt nicht an. Diese Art zu reagieren durchzieht die Diskussionslandschaft, egal bei welchem Thema. Überspitzt gesagt: früher hieß es: wenn’s dir hier nicht gefällt, dann geh‘ rüber.
-Ich habe mich nicht geärgert :-) Ich habe laut gedacht. Und freue mich, wenn ihr hier weiter mitdenkt!

PS: Außerdem habe ich mich beim Thema Usability an die eigene Nase gefasst und ihr habt nun die Möglichkeit im Blog zu suchen. Falls da noch technische Probleme auftreten: bitte Meldung.

Kulturunterschiede?

Ich habe gestern angedeutet, daß ich mir zur Zeit ein paar Gedanken zum Bloggen mache. Iris hat nachgefragt und ich versuche mal, meine Beobachtungen zusammenzufassen.
Die Unterschiede, die ich feststelle, beziehen sich v.a. auf technische Aspekte des Bloggens. Ich spreche hier nicht von qualitativen Unterschieden der Strickkünste, darum geht es gar nicht. Ich frage mich, ob das, was ich glaube zu beobachten (ich kann mich ja täuschen), ein Phänomen der kulturellen und sozialen/politischen Unterschiede zwischen den Ländern ist.
Alles was ich hier aufführe, finde ich zwar auch in englischsprachigen Blogs, aber nicht in dieser Menge:
-Animierte Smileys oder andere Figuren, deren Zielgruppe ich eher auf <10 Jahre definieren würde. Manche Postings werden zu einem Drittel nicht mehr aus Worten gebildet, sondern als animierte „Bildgeschichten“.
-Qualitativ schlechte Fotos. Die Deutschen wollen offensichtlich auch im Zeitalter der Digicam ihrem Ruf als Weltmeister im Fotografieren gerecht werden, zählt die Masse hier mehr als die Erkennbarkeit?
-Werbebanner. Mir ist klar, warum Werbebanner auf manchen Seiten sein müssen. Die Frage ist: warum herrscht in deutschen Köpfen immer noch die Meinung vor, im Internet müsse alles umsonst sein?
-Verwaiste oder stark vernachlässigte Blogs. Einer der allgemein anerkannten kleinsten gemeinsammen Nenner eines Blogs ist das regelmäßige Update.
-“Blogs“, die keine sind, sondern simple Websites ohne Kommentarfunktion und regelmäßiges Update.
-Blogs in Blogringen oder Aktionen, die nicht frei zugänglich sind, sondern ein Passwort erfordern.
-Kleinkriege zwischen einzelnen Blogs oder zwischen Gruppen, die in Blogs ausgetragen werden. Das ist m.E. etwas, das ich noch in keinem englischsprachigen Blog gesehen habe. Der Kleingarten- /Nachbarschaftsstreit wird nun im Internet ausgetragen?
-Lange Ladezeiten, v.a. durch Fremdverlinkung auf so unnützem Kram wie die (animierte) Wetter- oder Uhrzeitanzeige. Obwohl die Amerikanerinnen eine wesentlich größere räumliche Distanz überwinden müssen, scheint sich dort niemand zu interessieren, wie das Wetter in XY ist. So geht’s mir auch. Habe ich einmal die zeitliche Orientierung komplett verloren, schaue ich auf meine Uhr, die sich doch tatsächlich rechts unten auf der Taskleiste befindet.
-Verwaiste Linklisten, die nicht mehr gepflegt werden und mich ins Leere klicken lassen.

Das sind alles Punkte, die mich daran zweifeln lassen, daß das Strickblog-Phänomen hierzulande lange anhält. Es sei denn, wir arbeiten an unserer technischen Kompetenz und verbessern die Usability der Blogs. Mir scheint einfach, daß in anderen Ländern Blogs nur dann geführt werden, wenn die technischen Basics beherrscht werden. Ein bißchen scheint in Deutschland die Meinung zu herrschen: will ich auch haben! Egal ob man mit dem Medium umgehen kann oder nicht. Und das wird früher oder später zu Frust und Aufgeben bei den BloggerInnen führen und zu Frust und nicht-mehr-besuchen bei den LeserInnen.

So, und bevor jetzt hier das große Grummeln einsetzt: es sind nur Beobachtungen. Interessant wäre, ob ihr ähnliches beobachtet oder ob ich vielleicht durch Frusterlebnisse im Job derzeit etwas übersensibel bin.

Dear Secret Pal, this is a long posting about differences between german and anglish/american knitting blogs. I’ll try to translate it soon.

Die verstrickte Dienstagsfrage – Woche 06/2006

Fast alle Strickerinnen (zumindest zwischen 35 und 45 Jahren) haben in den 80er Jahren wie wild gestrickt. Dann ließen die meisten es kollektiv sein. Und wurden dann vor wenigen Jahren neu infiziert! Wie kam es dazu? Habt Ihr eine Idee?

Ich habe in den 80ern wild gestrickt, häßliche Pullis aber auch tolle Sachen, die ich jahrelang getragen habe, ich erinnere mich an einen dunkelblauen Patent-Pullunder und eine Zopfjacke und natürlich Socken. Mit den Socken habe ich angefangen, weil ich damals überzeugte Birkenstock-Trägerin war und da brauchte man einfach schöne und warme Socken 😉 Aber ich habe auch in den 90ern gestrickt, durchgehend, aber nur noch Kleinteile wie Socken, Schals oder Handschuhe. Meine Freunde und Familie haben schon damals immer Socken geschenkt bekommen. Für mich war das Stricken immer ein sehr angenehmes Hobby, bei dem ich total entspannen kann und dann noch was schönes in den Händen halte. Richtig strick-fiebrig bin erst letztes Jahr wieder geworden, weil ich da auf die Blogs gestoßen bin und durch sie auf die weltweite Strickgemeinde, schöne englisch-sprachige Anleitungen und neue Wolle, die ich bis dahin nicht wahrgenommen hatte. Ich habe dann auch meine Furcht vor dem Zusammennähen verloren und so stricke ich jetzt wieder „Großteile“.
Ich denke schon, daß der neue Strickboom zu einem großen Teil vom Internet und den Blogs abhängig ist bzw. begünstigt wurde. Wie lange der Trend zum Blog gerade in Deutschland vorhält ist für mich eine spannende Frage, über die ich gerade viel nachdenke… Ich sehe nämlich durchaus große Unterschiede zwischen den deutschen Strickblogs und den englischen oder amerikanischen. Aber das ist eine andere Geschichte

Es fragte das Wollschaf

Lebenszeichen

Wollte mich doch mal wieder melden. Die Fahrrad-Geschichte liegt mir zwar noch im Magen, ist aber ausgestanden. Nächste Woche werde ich mich mal um ein gebrauchtes Rad kümmern, ein neues ist derzeit nicht drin. Danke für eure verständnisvollen Kommentare und Mails!

I want to give a little sign of life.The bike’s story is all over, next week I will look for a used bike, I can’t afford a new one just in time. Thanks for your understanding comments and mails!

Mein kleines Stricktief ist auch vorbei: stricke nun erstmal nichts für mich, bis ich genügend rote Wolle gesponnen habe, damit ich mit der Jacke anfangen kann. Die nächsten 250 g werde ich gleich verzwirnen. In der Zwischenzeit werde ich an diversen Wollfee- und Secret-Pal-Projekten stricken, von denen ich keine kompletten Fotos zeigen kann, aber vielleicht doch ein winzig-kleines? Eines, auf dem man nicht viel erkennt?

My small knitting-low is over: I don’t knit anything for myself until I’ve spun enough red wool so that I can start with the jacket. Later I’ll ply the next 250 g. In meantime I will knit various Wollfee and Secret Pal projects which I cannot show in complete pictures, but perhaps nevertheless a teeny one on which you can hardly recognize the project?

Gestern erreichte mich schon wieder eine Postkarte aus Stockholm von meinem Secret Pal! Sie ist so nett und fleissig! Sie schreibt, bald sei das zweite Päckchen fertig: ich freue mich jetzt schon!

Yesterday a postcard from Stockholm arrived! My secret pal is so nice and busy! She writes that the second package will soon arrive: I am already pleased! Dear secret pal, I wish you a great sunday in snowy Stockholm!

Und hier für alle, die am Wochenende nicht raus können, ein paar Bilder von der Wintertraumlandschaft, die ich gestern beim Wandern genießen durfte.

Yesterday I was hiking again. Look at this winterdreamland:

Mein Rad ist tot

So albern es manchem vorkommen mag: ich bin am Boden zerstört, denn mein heißgeliebtes Fahrrad hat einen wirtschaftlichen Totalschaden, weil eine Trine draufgefahren ist – das Rad selbst war vorschriftsmäßing an einen offiziellen Fahrradständer angeschlossen. Ich habe das Rad schon lange und es war ein super Rad. Ich bin mit ihm bis nach Wien gefahren, um den Bodensee und habe damit Südfrankreich unsicher gemacht. Es hängen tausend Erinnerungen daran. Es war mir ein zuverlässiger Begleiter. Dieses Rad hat Berlin überlebt und den Umzug zurück in die Heimat. Und nun ist es nicht mehr als ein nicht zu reparierender Haufen Metall. Es verging nahezu kein Tag, an dem ich nicht damit gefahren bin, denn ich bin überzeugter Fahrradfahrer. Habe meinen Wocheneinkauf damit erledigt und bin zum Garten und zur Arbeit gefahren. Jetzt muß ich mich mit der Unfallverursacherin herumschlagen (die aber immerhin ihre Telefonnummer hinterlassen hat) und mich auf die Suche nach einem gebrauchten Ersatzrad machen.
Mach’s gut, Rad!

Perhaps it seems to be silly, but I’m completely devasted, because my bike passed the way. A silly old cow (sorry, but …) hit it with the car when it stands on a bicycle stand. Now it’s a write-off. It was a very good bike, I drove with it to Vienna, on the Cote d’Azur, around the Lake Constance. It’s full of good memories. It survived Berlin. I drove with it almost every day. Now I have to discuss with the responsible party and have to look for an utility bike. I’m very sad.
So long, my bike!

Die verstrickte Dienstagsfrage – Woche 05/2006

Gibt es etwas beim Thema Stricken und Wollverarbeitung, an das Du Dich bisher noch nicht rangetraut hast, Du aber gerne mal machen würdest?

Ja, erstaunlicherweise habe ich vor Kapuzen großen Respekt. Dabei sehe ich immer wieder Modelle mit Kapuze, die mir gut gefallen, ich lasse mich aber immer davon abschrecken. Keine Ahnung warum, kleines Kapuzentrauma 😉

Es fragte das Wollschaf

Strang 2/06

Hier ist der erste Strang der roten Multicolor: 250 Gramm.

This is the first skein of the red multicolor: 250g

Häßliche Socken / ugly socks

So, die wohl häßlichsten Socken, die ich jemals gestrickt habe, sind fertig. Mich läßt allein der Gedanke, daß diese Dinger in meinen Wanderstiefeln versinken werden, gleichmäßig atmen 😉

These are the ugliest socks I ever knit! But I’ll wear them only for hiking and you can’t see them when I’m wearing hiking boots 😉

Wolle/yarn: Rödel, 6-fach/6-ply, 75% Schurwolle, 25% Polyamid. NS/needles nr. 3,5.

Kleinigkeiten / little things

Seit ich mit den Jaywalkers gebrochen habe, ist beim Stricken der Wurm drin: War diese Woche bei Wolle Rödel, um noch Nachschub für diverse Geheimprojekte zu besorgen und da sehe ich, daß die nun auch 6-fach Sockenwolle haben, also habe ich mir ein schrecklich buntes Knäuel mitgenommen, denn ich will mir für’s Winterwandern eben noch extra dicke Socken stricken. Nur warum schlage ich mit der dicken Sockenwolle genauso viele Maschen an wie mit der normalen? Und warum fällt mir nicht auf, was ich da für Monstersocken produziere (wo ich doch bei den Jaywalkers so über die Dimensionen gemeckert habe)?? Und warum höre ich beim ersten Aufkeimen eines Zweifels nicht mit dem Stricken auf?? Naja, der erste 6-fach-King Kong war beinahe schon fertig als ich den anprobiert habe und nun habe ich das Ding wieder aufgezogen und mit 14 Maschen pro Nadel wieder angefangen. Als Alternativprogramm dazu habe ich mir die erste Pudelmütze meines Lebens gestrickt, auch die brauche ich zum Wandern (deshalb auch die Tarnfarben 😉 ).

Since I broke with the Jaywalkers, there’s something very wrong with my knitting: this week I was in yarn shop to buy something for my secret projects and I realized that there is some 6-ply sock yarn, I bought a terriblly multicolored ball , because I want to knit myself specially thick socks for winter hiking. But why I casted on too many stitches ? And why I don’t stop knitting when I noticed that the socks will be monster’s socks ?? Hm, the first 6-ply-King Kong-sock was almost already finished as I tried on… ribbit!! Now I cast on again with with 14 stitches per needle. I knitted the first „Pudelmuetze“ (that’s the german word for a hat like this, don’t ask me why a poodle needs a hat 😉 ) of my life, I’ll need it for hiking (therefore also the camouflage colors ; -) ).

Sieht zwar klein aus, passt aber perfekt. Anschlag 72 Maschen, Nadelspiel Nr. 6, 2R 2L, Wolle: Acapulco von Rödel, 54% Acryl, 38% Merino, 8% Viskose. Das Zeug wird bestimmt fürchterlich pillen, aber so oft werde ich die Mütze auch nicht tragen. Achja: Verbrauch: ein Knäuel à 50g.
Außerdem saß ich am Spinnrad: Der Rest der grünen Merino ist Navajo-verzwirnt. Ich sehe da immer noch Übungsbedarf, habe aber für’s erste keine Lust mehr. Das sind 80 Gramm.

Looks small, fits perfectly. Cast on 72 stitches, dpn’s nr. 6, k2 p2, wool: Acapulco of Roedel, 54% acryl, 38% merino, 8% viscose. One ball à 50g. I sat at the spinning wheel: The third try of Navajo-ply with the green merino, 80 gram.

Mit der roten Multicolor habe ich nun auch begonnen, die ersten ca. 200 Gramm befinden sich gerade auf dem Niddy Noddy und ruhen sich aus, ein Bild vom trockenen Strang gibt’s dann auch noch. Ich liebe diese Wolle und diese Farbe!

I’ve started to spin the red Multicolor , first approx.. 200 grams are straight on the Niddy Noddy, soon I will post a picture of the dry skein . I love this wool and this color!