Freunde des gepflegten (Strick-)Krimis…

Samstag, 4. Oktober 2008 10:43

…kommen heute auf ihre Kosten: Der Central Park Hoodie ist soweit fertig und nun kommt das Rätselraten: reicht die Wolle für eine Kapuze oder nicht?

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Es könnte reichen! Es könnte aber auch nicht reichen, dann mach ich einen Rippenkragen. Die Blende wird so oder so aus einer anderen Wolle, ich habe da was in meinem Stash gefunden, das einigermaßen passen könnte. Aber ich hätte so gerne eine Kapuze an dem Teil, gute Wünsche werden also gerne entgegen genommen :-)

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Schwarze Köpfe

Sonntag, 28. September 2008 20:37

Für den einen oder anderen der Schwarzen Köpfe, die heute sicherlich noch rollen werden (daß ich das noch erleben darf!!!) hätte ich ein passendes Mützchen parat.

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Voraussetzung ist allerdings ein extrem kleiner Kopfumfang. Falls irgendjemand da draußen seinem Säugling ein schwarzes Mützchen aufsetzen will: bitte melden, gegen das Porto bekommt ihr es.

(Nachtrag: Der “Kleine” hat einen Umfang von 44 cm.)

Eigentlich sollte es ein Geburtstagsgeschenk für die ausgewanderte Freundin werden. Nun hat sie zwar mit allerhand zu kämpfen auf der komischen Insel, einen Schrumpfkopf hat sie meines Wissens noch nicht. Also kein Mützchen im Paket…

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Vielleicht versuche ich mein Glück noch einmal, denn eigentlich ist das Vintage Beret aus dem neuen Rowan Magazin sehr nett. Vielleicht eine größere Nadelstärke? Vielleicht eine andere Wolle? (Dieses hier war Sienna von Rödel.) Vorerst resigniere ich jedoch und trinke nun ein Bier auf diesen historischen Tag ;-)

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Schaf goes Weltstadt

Samstag, 27. September 2008 16:46

Die weiße Wolle ist fertig gesponnen, es ist ein gutes Kilo geworden und deshalb habe ich es gewagt, Central Park Hoodie zu beginnen:

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Mittlerweile ist das Rückenteil fertig und ich bezweifle sehr stark, daß die Wolle reicht… Das wird wohl eher ein Central Park without Hoodie, als hätten wir sowas nicht schon mal gehabt! Aber ich kann ja mal in meinem Spinn-Stash stöbern, ob ich nicht noch was in der Richtung habe, wenigstens die Blende könnte ich ja in einem anderen Weiß-Ton stricken.

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Aber bis es soweit ist, erfreue ich mich am bisherigen Ergebnis. Die Jacke wird schön mollig (Nadelstärke 5) und wird mir gute Dienste leisten.

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Das erste Vorderteil ist schon zur Hälfte fertig, ich finde ja Zopf-Stricken klasse, es geht immer so ruckzuck.

Nach so dicker Wolle hatte ich Lust, mal wieder was dünnes zu spinnen und erinnerte mich an die knapp 200 Gramm Wensleydale Sheep, die ich vor einem Jahr auf der Knitting and Stitching Show in London gekauft habe. Ich finde ja nicht nur die Viecher äußerst entzückend, sondern die Wolle ist wirklich herrlich zu spinnen! Knapp die Hälfte habe ich nun und es soll irgendein kleines Tuch oder Schal werden, für Anregungen bin ich offen.

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Dieser geruhsame, völlig entspannte und nahezu perfekte Samstag schrie geradezu nach frischem Backwerk. Also wieder Scones gemacht. Mittlerweile habe ich das mit der Größe auch raus, so daß auch tatsächlich 6 Stück dabei rauskommen. Sie sind zwar im Aussehen noch ein bißchen vom Original entfernt, schmecken aber prima. Heute habe ich eine Hälfte als Käsevariante gemacht.

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Clotted Cream werde ich mir vom nächsten Ausflug auf die Insel (im November) mitbringen…

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Von geschenktem…

Sonntag, 21. September 2008 18:14

Gaul Schaf: Vor nahezu einem Jahr habe ich völlig unverhofft von einer unbekannten Leserin Rohwolle geschenkt bekommen, darunter ca. ein Kilo wunderschön weißer was-auch-immer, ich denke, es ist keine Merino. Nun liest Janet vielleicht immer noch hier mit und wundert sich, was wohl aus der Wolle geworden ist. Nun, ich verspinne sie gerade. Offensichtlich bin ich eine Quartalsspinnerin und am besten geht’s, wenn ich ein Projekt im Kopf habe. Nun ist der erste Strang (gut 200 Gramm) trocken und der zweite gewaschen und tropfnass.

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Die Wolle läßt sich prima verspinnen, auch das spricht für meine Vermutung, daß es keine Merino ist, weil ich Merino nicht gut spinnen kann. Ich wollte schon lange ein wollweißes Teil für den Herbst/Winter und ich habe da den Central Park Hoodie im Kopf, mal schauen, wie die Lauflänge ist und ob ich hinkomme, aber ich schätze mal, daß es reicht.

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Mojo

Mittwoch, 17. September 2008 16:44

Ha, gestern abend bei Wollbine entdeckt, hier runtergeladen und gleich angeschlagen: Mojo-Socken aus Zitron Trekking XXL, Farbe 110. Richtige Herbstfarben, wie ich finde, fotografiert in der Mittagspause auf einem historischen Mäuerchen.

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Der Strang Schamesröte…

Sonntag, 14. September 2008 14:36

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…heißt eigentlich “Baked Alaska” und gehört Eva und weil die jetzt nahezu seit einem Jahr geduldigst den Strängen harrt, die da kommen, heißt der Strang bei mir eben “Schamesröte” :-)

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Es ist “romney wool” und war sehr angenehm zu spinnen. Ich hatte ja schon die Befürchtung, daß ich es nicht mehr kann, aber das verlernt man nicht.

Andere Dinge habe ich offensichtlich auch nicht verlernt: weil es sein kann, daß ich im neuen Job ab und an mit dem Auto fahren muß und ich das ja seit Jahren nicht mehr getan habe, hatte ich heute morgen eine Übungsstunde mit meinem Vater. Und was soll ich sagen: es lief wie geschmiert. Beide sahen wir uns erstaunt an und meinten einstimmig: besser als damals! Ich schiebe das mal auf mein dreiwöchiges Dasein als aktiver Beifahrer im Linksverkehr (ich war als Beifahrerin diejenige, die was vom Verkehr gesehen hat). Egal woran es liegt, aber es ist mir leicht gefallen und ich war lange nicht so angespannt, wie ich das in Erinnerung hatte.

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Doch, doch…

Montag, 8. September 2008 11:36

…mich gibt’s auch noch. Und sogar ein bißchen strickiges gibt’s zu zeigen. An den Little Child’s Socks für die ausgewanderte Freundin habe ich in England sogar ein bißchen gestrickt, aber ich bin ja im Urlaub weit hinter meinen Strickerwartungen geblieben, deshalb wurden sie erst hier fertig und werden eben jetzt mit der Post geschickt.

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Anleitung: Little Child’s Socks in Knitting Vintage Socks von Nancy Bush. Wolle: Regia, die Farbnummer habe ich nicht mehr, aber es ist ein schönes Lindgrün. Gestrickt mit Nadelstärke 2,25.

Und dann habe ich Lust auf Herbst und habe beim Durchforsten meiner Vorräte ein Kilo Yorkshire Tweed Chunky entdeckt in schönen Blautönen. Daraus wird jetzt eine Variation des McBride Gansey für mich. Ich stricke ihn mit Nadelstärke 6, damit er schön (wind-)dicht wird für eventuelle Herbstspaziergänge am Meer…

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Ansonsten habe ich jetzt die erste Woche im neuen Job hinter mir und bin nicht begeistert und auch wenig hoffnungsvoll, daß sich daran was in absehbarer Zeit ändern wird. Wir werden sehen…

Leider hatte ich noch keine Zeit, mich an meinem Rollschneider und den neuen Stoffen zu versuchen, aber da hoffe ich auf das nächste Wochenende.

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no bag, please!

Montag, 25. August 2008 20:25

Man hatte ja schon Glück, wenn man gefragt wurde, ob man denn eine Tüte wolle. Denn dann konnte ich eben sagen, daß ich für eine einzelne Postkarte bitte keine große Plastiktüte möchte, aber herzlichen Dank! In den meisten Fällen wird man aber nicht gefragt und so bleibt kaum Reaktionszeit und am Anfang unseres Alltagsleben in England häuften sich in allerkürzester Zeit eine Unmenge von Tüten an. Alle schön zusammengefaltet und auf einem Regal der Vorratskammer deponiert. Diese Kammer hatte schon nach drei Tagen ihren neuen Namen: Die Kammer der toten Tüten. Im englischen Supermärkten wurde man gar nicht gefragt, sondern die Kassiererin begann sofort, Tüten abzureißen und einpackbereit aufzuplustern, während man noch die Waren aufs Band legte. Dabei hatte ich den Eindruck, daß der englische Durchschnittsverbraucher für eine Flasche Milch (Plastik), eine Flasche O-Saft (Plastik) und ein Stück Käse auch drei Tüten braucht und nimmt… In deutschen Discountern wie Aldi und Lidl zahlt man für die Tüten und man muß sich auch selbst danach bücken (so wie hier auch), witzigerweise hatten dort die Kunden auch meistens eine Einkaufstasche dabei.

Wir liefen dann ja eisern mit unseren Beuteln rum, es ist außerdem sehr erstaunlich, was alles reingeht und die von fabrizierten Nähte haben auch höchster Belastung standgehalten.

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In großen englischen Supermarktketten wie Tesco oder Morrisons zum Beispiel gibt es aber einen neuen Trend: man verkauft hübsch gestaltete Einkaufsbeutel, die meist noch eine Spende an eine gemeinnützige Stiftung enthalten. Groß war das Gekreische unsererseits, als wir bei Tesco Einkaufsbeutel von Cath Kidston entdeckten. Es ist ja nun nicht so, daß es mir an Beuteln mangelt, aber angesichts der weißgetupften hellblauen Tasche konnte ich nicht widerstehen.

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Leider fanden wir keine so richtige Lösung für das Problem mit den Plastikflaschen. Zwar gab es eine Recyclingtonne, aber die war in kürzester Zeit voll, und wir quetschten die Flaschen noch wohlgemerkt. Da ich kein gechlortes Leitungswasser trinke, blieb eben nur das Mineralwasser aus dem Supermarkt und die gab’s nur in Plastikflaschen. Für die Zukunft ist wohl die Anschaffung eines Wasserfilters angesagt.

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Rund ums Leitungswasser

Sonntag, 24. August 2008 11:31

Ich hatte es ja schon angedeutet: ich hatte etwas Schwierigkeiten mit den Installationsgewohnheiten der Engländer. Warum werden die Rohre nicht einfach wirklich in die Kanalisation eingeführt sondern hängen außen offen rum? Wohlgemerkt auch das Toilettenrohr…

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Dann der Wasserdruck: wie genieße ich die Dusche hier, endlich kriege ich auch den Schaum wieder aus den Haaren, in einer angemessenen Zeit. Auch meine Augen haben sich erholt: Nach jeder Dusche sah ich aus, als hätte ich mit aufgerissenen Augen 1000 Meter gekrault - das Leitungswasser ist stark gechlort, das schmeckt man auch dem Kaffee an und macht das Kochen nicht angenehmer.

Auch ein schönes Thema: Mischbatterien:

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Wenn man sich hier die Hände waschen will, kann man sich links die Hand verbrühen, während die andere unter kaltes Wasser gehalten wird. Natürlich könnte man auch jedes Mal das Becken volllaufen lassen, um die angemessene Wassertemperatur zu erhalten. Nicht daß es in Baumärkten keine Mischbatterien gäbe. Installiert habe ich sie nirgends gesehen. Doch: in der Küche, aber da gab es kein warmes Wasser…

Beim Thema Wasser fällt mir auch ein, was ich mit einem englanderfahrenen Freund gestern abend diskutiert habe (nein, uns hat es geschüttelt): woher kommt das Bedürfnis, in der Küche, im Bad und auf der Toilette Teppichboden zu verlegen? Wohlgemerkt auch auf Toiletten, die öffentlich frequentiert werden, z.B. in Pubs. Brrr!

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Nachtrag, 20:11

Dank des Kommentars von Katja ist in mir sehr deutlich die Erinnerung an die “Power Shower” aufgestiegen. Es ist tatsächlich ein Durchlauferhitzer, der -in unserem Fall- nahezu direkt im Wasserstrahl der Dusche hängt. Zuvor mußte man ihn aber anschalten: kräftig an einer Schnur ziehen, die wiederum zu einem an der Decke sitzenden Schalter führt. Wir hatten Glück, die Wassertemperatur ließ sich einigermaßen gut einstellen.  Jedoch war Vorsicht geboten, wenn man das Wasser zum Shamponieren ausgeschalten hatte: zunächst hatte ich ja erwartet, daß nach erneutem Einschalten das Wasser kühl fließen würde, das Gegenteil war der Fall: um Verbrennungen zu vermeiden, mußte man nach dem Drücken des großen weißen Schalters am Durchlauferhitzer blitzschnell ans Ende der Badewanne hüpfen, sich an die Wand schmiegen und warten, bis das Wasser wieder die Temperatur von gerade eben hatte.

Aber aus Sicherheitsgründen gibt es keine Steckdose in diesem Badezimmer…

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Norfolk

Donnerstag, 21. August 2008 19:59

Die wahnsinnig vielen Fotos sind nun gesichtet und geordnet und so steht einem Reisebericht nichts im Wege, außer die Vorwarnung an euch: Das ist ein extrem langer und bildlastiger Beitrag, vielleicht noch schnell ein Getränk besorgen, bis die Seite geladen hat?

Das wird nun der positive Erlebnisbericht - den Inselkoller und den Kulturschock, den ich durchaus erlebt habe, verschiebe ich dann auf einen anderen Eintrag.

Wir sind mit einer erstaunlich gefassten Katze nach Hoek van Holland gefahren, um dort abends auf die Fähre zu kommen. Die Anreise mit der Fähre war für mich toll: die Anreise selbst wurde so für mich zum kleinen Abenteuer und man nähert sich dem Ziel in angemesenem Tempo und wird nicht mit dem Flugzeug irgendwohin katapultiert. Mit einem Bierchen auf dem Sonnendeck durften wir denn auch diesen wundervollen Sonnenuntergang genießen und C. ihren Abschied vom Kontinent zelebrieren. Die Kabine war, obwohl die billigste, äußerst angenehm und die Nacht habe ich tief geschlafen. Die auswandernde Katze hingegen mußte die Nacht mit zwei Hunden in der Tierkabine verbringen, aber alle drei Tiere waren so fertig oder geschockt, daß es darin sehr ruhig war. Am nächsten Tag schifften wir am frühen Morgen aus, bei bestem Wetter und stürzten uns in den Linksverkehr (ich allerdings nur als aktiver Beifahrer) und fuhren von Harwich nach King’s Lynn. Mietvertrag, Schlüssel- und Hausübergabe haben wir auch irgendwann mal überstanden und konnten so gegen Mittag endlich ankommen.

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Es reichte durchaus noch für einen ersten Stadtrundgang. Die Altstadt von King’s Lynn ist sehr schön und zeugt von besseren Zeiten, als das Städtchen noch eine der größten Städte in England war und Standort der Hanse.

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Da sitze ich sehr glücklich bei schottischen Muscheln in einem bezaubernden Weinlokal mit einem entzückenden Kellner. Und schon an diesem ersten Abend hat sich gezeigt, daß mich die Seeluft fertig macht: dieser Urlaub war u.a. dadurch gekennzeichnet, daß ich für meine Verhältnisse wanhsinnig früh ins Bett gegangen bin und auch sofort eingeschlafen bin. Meist ging ich so um halb elf ins Bett, das glaubt mir keiner!

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Das Haus war leider nicht im versprochenen Zustand, so daß eine größere Putzaktion angesagt in den nächsten Tagen. Ich hatte die Küche übernommen, während sich C. sich um das Badezimmer kümmerte. Außerdem kamen ja auch am Dienstag die Möbel aus Deutschland und Kisten mußten ausgepackt, Möbel platziert werden. Erste Erkenntnisse über englische Standards in den Bereichen Elektrik und Installation waren nicht unbedingt geeignet die Stimmung zu heben. Auch keimten in mir erste Zweifel auf betreffs der Richtigkeit des Gerüchts Großbritannien sei Mitglied in der EU. Auch wenn ich es schriftlich habe: ich glaube es nicht mehr! Aber dazu ein andermal mehr.

Zum Glück gibt es das Meer und was gibt es schöneres als nach stundenlangem Putzen an den Strand zu fahren und sich ins Wasser zu stürzen. Das war das einzige Mal, daß ich komplett ins Wasser gegangen bin, da war’s noch warm :-)

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In King’s Lynn gibt es den Fluß Great Ouse, der Tidenhub hat, so daß der Fluß jedes Mal anders aussah, wenn ich dort saß: einmal ein kleines Bächlein und das andere mal ein mächtiger Fluß auf dem gesegelt wurde und große Schiffe Richtung Meer fuhren. Um nach West Lynn zu kommen, können Fußgänger eine kleine Fähre benutzen.

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An der Anlegestelle steht auch ein kleines Wartehäuschen und je nach Wasserstand ist eben der Weg hoch zur Haltestelle lang oder kurz.

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Frisurentechnisch habe ich ziemlich schnell kapituliert und habe den Wind eben machen lassen, was er so gerne macht: heftig blasen und immer schön ins Gesicht rein.

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Auch die Katze gewühnte sich rasch ein und durfte schon nach wenigen Tage raus und eroberte die Dächer und Mauern.

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Der erste richtige Ausflug führte uns zur Bircham Windmill. Die Mühle ist noch in Betrieb, hat eine entzückende Backstube, wo wir einige noch warme Köstlichkeiten gekauft haben, einen Tearoom und liegt einfach traumhaft. Man kann ganz hoch steigen und obwohl ich bei Leitern normalerweise schwache Knie bekomme, war ich ganz tapfer und bin hoch.

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Man steigt Etage für Etage hoch, sieht dabei eben das Innenleben einer funktionierenden Mühle und wird auch darauf hingewiesen, das sich die riesigen Räder auch jeden Moment bewegen könnten.

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Belohnt wird man dann mit einem tollen Ausblick und der Gewißheit, daß man den Flügeln einer Mühle noch nie näher war.

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Danach ging es nach Houghton Hall. Und lernten ein wenig Vokabeln: Das hier ist ein country house! Da wir noch Anfang unserer Reise der Entzückenschreie waren, waren wir damals noch von der Größe beeindruckt - das hat sich im Laufe der Zeit geändert und man lernt, die Häuser richtig einzuschätzen. In Wirklichkeit ist das hier eines der kleineren Häuschen ;-)

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Netterweise darf man den Park und den Blumengarten umsonst besuchen und sich auf einem der “Bänkchen” wie in einer guten Jane Austen-Verfilmung fühlen und wartet geradewegs drauf, daß - im besten Fall - Colin Firth durch’s Gebüsch kriecht :-) Es käme einem auf jeden Fall nicht merkwürdig vor…

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Unser Weg führte uns auch nach Wells-next-the-Sea. Wenn man einmal den Schock über die Hafengegend überwunden hat, in der sich ein Touri-Nepp-Laden an die nächste Rummelautomatenhalle reiht, und man tatsächlich an den Strand kommt, ist es schön dort. Ich habe das Sandeln wiederentdeckt:

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Und C. die Sepia-Funktion ihrer Kamera.

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Mir wird es ja am Meer nicht langweilig, stundenlang kann ich so sitzen und schauen. Eine schöne Daseinsform!

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Auf der Rückfahrt kamen wir in Burnham Market vorbei. Glücklicherweise war es schon nach fünf, die Läden hatten schon zu und die Menschenmassen waren weg. Ich bin ein paar Mal noch mit dem Bus durchgekommen und da stapelten sich die Autos, weil offensichtlich viele in den pittoresken Läden einkaufen wollten.

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Weil man anscheinend vor lauter Chichi und Schnickschnack den Sinn für das Praktische verliert:

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An einem anderen Tag waren wir in Castle Rising, um das dortige Castle zu besichtigen. Es ist eine der am besten erhaltenen Ruinen aus dem 12. Jahrhundert und man kann nahezu komplett durchlaufen. Mithilfe eines sehr guten Audio Guides (im Eintritt enthalten) wird man Zimmer für Zimmer geführt und Geschichte wird auf einmal sehr plastisch.

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Von oben sieht man dann auch das entzückende Dorf, in dem wir in einem entzückenden Tearoom Kaffee getrunken haben. Und ja die auffällig häufige Verwendung des Wortes “entzückend” ist gewollt. Ich saß wirklich ständig im Auto und habe spitze Schreie ausgestoßen. Auch die Formulierung “alles unglaublich” fiel sehr häufig.

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Nach Castle Rising sind wir noch schnell nach Sandringham gefahren, um uns Sandringham House anzuschauen. Leider waren wir etwas spät dran. Aber das Museum konnten wir noch vor einem gewitterebeingten Stromausfall besuchen. Ud das schöne am englischen Regen ist ja: es findet sich überall ein nettes Dach, unter das man sich stellen kann und er hört meist wieder schnell auf.

Später gibt es mehr Bilder von Sandringham, weil ich noch mal alleine hingefahren bin.

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Ein weiterer Ausflug führte uns nach Heacham, um dort natürlich zu Norfolk Lavender zu gehen. Auf ihren Lavendel sind die Norfolker ja so stolz, man kommt nicht daran vorbei. Wer einen Garten hat, hat auch Lavendel drin. Bei Norfolk Lavendel darf man in den Kräutergarten und in den Lavendel-Schaugarten, wo zig verschiendene Lavendel blühen. (Und die größten Rosmarinhecken wachsen, die ich jemals gesehen habe. Stellt euch den Duft vor!)

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An den Blüten hängen große dicke Bienen und Hummeln, die völlig glücklich und ruhig sind. Ich habe wirklich keine fliegen sehen, die kleben da dran.

 

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Natürlich bietet sich dieser Ort an, um Mitbringsel zu kaufen. Da ich mittlerweile darüber informiert worden war, daß mein Vater im Gebirge verunglückt war (es geht ihm nun wieder einigermaßen) und die Katze nicht mehr versorgen konnte und dafür meine Mutter eingesprungen war, kaufte ich Lavendelseife für sie. Und ich gestehe: auch für mich. Die ganze Wohnung stinkt danach…

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Ich habe ja eine Leidenschaft für Scones entwickelt: geschmacklich erlebt man keine bösen Überraschungen und man ist satt. Morgen will ich mal selber welche machen.

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Nach diesem Blütenwunder ging es nach Sheringham. Wie man schön sehen kann: an Baden war nicht zu denken. Es war sehr kalt und sehr regnerisch.

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Ab Sheringham fährt eine historische Eisenbahn und der dazugehörige Bahnhof ist ebenso historisch aufgehübscht mit alten Gepäckstücken und Schildern. An dieser Stelle sei die Floskel “Rosamunde-Erlebnispark” erwähnt.

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Auf Prospekten hatte ich dieses hübsche Uhrentürmchen entdeckt, das in Downham Market steht und mich dadurch verleiten lassen, dorthin zu wollen. Hm, mehr gibt es auch dort nicht zu sehen…

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Zum Glück findet sich in der Nähe die Denver Windmill. Es hat an diesem Tag so heftig gewindet, daß zwischen Sonnenschein und schwarzen Wolken wirklich nur Minuten lagen.

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Auch dort gibt es einen Tearoom und man kann sich stärken…

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…um den Tag am Strand von Hunstanton ausklingen zu lassen.

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Irgendwann ging die gemeinsame freie Zeit zu Ende, C. begann bei ihrer neuen Arbeitsstelle und ich begann, mit dem Bus über’s Land zu reisen.

Die erste Tour ging nochmals nach Sandringham. Ich war an diesem Tag eine der ersten im Park und konnte ihn ungestört durchwandern. Leider geht’s der Queen finanziell so schlecht, daß man für den Garten Eintritt zahlen muß. Aber man hilft ja gerne wo man kann.

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Ein kleiner Trampelpfad führte mich zu einem kleinen entzückenden Pavillon:

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Es sitzt sich wirklich sehr trefflich dort.

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Und neben Fasanen, die noch morgendlich gelassen waren, habe ich auch diesen Jüngling entdeckt.

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Aber mein persönliches Highlight war mein Ausflug nach Holkham Hall. Den Park darf man kostenlos nutzen, wird nur gebeten, den dort lebenden Hirschen nichts zu tun. Da die Hall erst um 12 Uhr aufmachte und ich wieder früh dort war, entschied ich mich, einen der kurzen Wanderwege entlangzulaufen. Meine Wahl fiel auf den Weg um den See. Er führt am Haus vorbei und dann am See entlang durch einen wunderschönen Wald, in dem u.a. sehr viele Eichen stehen. Die eine Hirschherde graste die ganze Zeit sichtbar auf der großen Lichtung. Verzeihung, wenn das jetzt sehr poetisch klingt: es war so. Morgenlicht, keine Menschenseele unterwegs, Fasane, Rebhühner und glückliche Hirsche - ich kam mir wie einem kitschigen Film vor.

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Und dann sieht man auf einmal die kleine Kirche St Withburga’s, eine wunderschöne schlichte winzige Kirche, die zum Glück auch auf war.

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Und hier mußte ich denken: es gibt schlechtere Orte, um beerdigt zu werden.

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Ein Stück weiter kommt man an einem Monument für Thomas William Coke vorbei, der es auch mit Schafen hatte: er hat zum Beispiel die Schafschur zu einem öffentlichen Ereignis gemacht und zählt so zu den Vorbereitern der heutigen Landwirtschaftsschauen.

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Umrundet man das Monument, dann bietet sich einem dieser Blick, in der Bildmitte , vor dem grünen Rasen, wieder Hirsche.

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Aber die gibt es auch noch näher.

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Die Hall selbst hat mich umgehauen. Prachtvoll! Aber auch das Ambiente für den Besucher ist herrlich: in jedem Raum stand ein Mensch, der einem, wenn man denn wollte, das Zimmer, die Gemälde, die Familienfotos, die Bibliothek, den Teppich erläuterte. Und das mit einer Begeisterung, die sehr ansteckend war. Danach bin ich zum Dorf gewandert, weil ich ja zur Bushaltestelle kommen mußte. Im Dorf selbst hat es ein paar sehr schöne und exklusive Läden und u.a. einen gut sortierten Weinladen mit angeschlossener Küchen-Abteilung. Das erwähne ich für den Fall, daß sich später jemand über die Kochlöffel unter meinen Mitbringseln wundert. Es gibt auch in Holkham einen Strand, aber an diesem Tag hatte ich genug von der Lauferei. Und nach einem schnellen Aufenthalt im dörflichen Tearoom kam doch tatsächlich der Bus auf die Minute pünktlich um die Ecke!

Am folgenden Tag bin ich mit dem Zug nach Cambridge gefahren. Wie ich ja schon erwähnte, hat mich das nicht sonderlich beeindruckt. Ich wohne in einer Stadt mit einer alten Universität, ich habe selbst in Bibliotheken in uralten Gebäuden geschwitzt und Stocherkähne kenne ich auch…

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Ich kenne auch den Anblick von stolzen Eltern, die mit ihrem Kind durch die Stadt laufen, in der das Kind nun studieren wird. Und rudelweise auftretende spanische Studentinnen kenne ich auch.

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Aber einkaufen kann man in Cambridge. Nach den Wochen auf dem ländlichsten Land fand ich einen Aufenthalt bei John Lewis sehr wohltuend. Und der Kauf einer Starbucks Thermotasse stand auf der Liste, nachdem die Katz meine vor Wochen kaputt geworfen hat. Und wie soll ich das neue Semester ohne Thermotasse überstehen ;-)

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Auch Relaxen war mal wieder angesagt. Also mit dem Bus nach Hunstanton und bei Ebbe einmal um die Klippen gewandert.

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Und wer sagt denn, daß Ebbe langweilig sei?

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C. mußte ja nicht die ganze Zeit arbeiten und so bleib auch noch Zeit, um einen kleinen Bummel durch King’s Lynn zu machen.

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Wir sind dann noch zu den Grimes Graves gefahren. das ist ein Feuersteinbergwerk aus der Steinzeit. Man kriegt einen Helm auf und steigt dann eine steile Leiter runter und befindet sich dann in einem Rund von ca. 10 Meter Durchmesser und kann auf Knien zum Anfang mehrerer Stollen kriechen, mehr ist da nicht. Außer vielleicht der Lektion, daß es bessere Kleidung gibt als ein weißes Kleidchen, um in einem Stollen rumzurutschen und daß ich froh um den Helm war.

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Unsere Enttäuschung kompensierten wir mit der langen Fahrt zu Holkham Beach. Wir kamen erst am frühen Abend dort an, so daß die meisten Menschen schon gegangen waren. Oh, was ist dieser Strand schön!

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Am Samstag haben den letzten gemeinsamen Ausflug gemacht nach Castle Acre.

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Zunächst besichtigten wir die Ruine des Castles. Es ist nicht so gut erhalten wie Castle Rising, aber dennoch war ich angetan.

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Das Dorf liegt auch sehr hübsch, man beachte die sanften Hügel und die Schafe auf der Wiese ;-)

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Danach haben wir die Ruine von Castle Acre Priory besichtig und waren sprachlos.

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Auch hier gab es wieder einen sehr gut gemachten Audio Guide, der einen durch die Überreste des Klosters führte und Geschichte lebendig machte.

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Das Kloster war eines der ersten, die Heinrich VIII zuerst plündern und dann zerstören ließ.

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Unfassbar, aber die Räumlichkeiten des Prior sind noch erhalten und man kann da hochgehen und sie anschauen.

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Der Blick aus einem der Zimmer auf die Hauptfassade.

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Bemalte Deckenbalken.

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Und kein Tropfen Regen kam runter, obwohl es zunächst sehr danach ausgesehen hatte.

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Das Dorf Castle Acre hat es mir ebenfalls sehr angetan. In diesem Pub haben wir dann gegessen.

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Das obligatorische Pint natürlich auch getrunken zu Shephards Pie mit den ebenfalls obligatorischen Erbsen und Chips.

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Am Sonntag erlebte ich dann ein kleines Wanderabenteuer. Ich bin mit dem Bus nach Sheringham gefahren und wollte von dort aus auf dem Norfolk Coast Path nach Cley next the Sea wandern. In der Touristen-Information wurde mir gesagt, daß es keine spezielle Wanderkarte gibt und ich die auch nicht bräuchte, weil alles so toll ausgeschildert wäre… Ich wollte die aber nicht nur wegen des Weges, ich wollte eine genaue Karte auch wegen des Untergrunds und der Entfernung… Aber dann bin ich halt ohne Karte los. Glücklicherweise mit genügend Wasser und Proviant im Tulpentäschchen…

Zunächst also über den Kiesstrand von Sheringham, wo ich diesen Zeitgenossen fand, er hatte sich selbst zum Sterben so hindrappiert.

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Dann auf den wunderschönen Klippen weiter…

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Und irgendwann endete dieser schöne Heideweg und ich mußte Kiesfelder durchlaufen, was mich an eine Höllen-Tiefschnee-Tour auf der Alb erinnerte, nur daß ich damals ordentliches Schuhwerk hatte. Die Ausschilderung endete auch und so war ich sehr glücklich, als ich ein ebenfalls verlorenes Ehepaar traf, die mir zwar nicht weiterhelfen konnten, aber mit dem ich trefflich über die Qualität der Ausschilderung schnacken konnte. Zu unser aller Glück kam ein einhimisches Ehepaar vorbei, die uns alle den richtigen Weg wiesen. Ich hatte mittlerweile mein Vorhaben aufgegeben und war ja schon froh, daß die Häuschen von Salthouse am Horizont zu sehen waren. Durch das Verlaufen, war ich schon viel zu spät dran und wirklich schuhtechnisch nicht auf noch mehr Meilen eingerichtet. Durch eine idyllische Marschlandschaft mit glücklichen Kühen kam ich dann trotz Blutblase am Zeh in Salthouse an. Mich selbst verfluchend, weil ich trotz fehlender Karte losgelaufen bin und den Sonntag lobend, weil ich unter der Woche dort wahrscheinlich niemand getroffen hätte. Aber gut in der Zeit war ich: es war noch Zeit, sich an der Bushaltestelle kurz auszuruhen um dann in den Bus zu steigen. An diesem Abend war ich sehr erledigt…

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Am Montag bin ich dann ganz gemütlich nach Hunstanton gefahren und habe einen gemächlichen Strandspaziergang gemacht.

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Mich an diesem Sandstrand niedergelegt.

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Zurückgelaufen und noch ein bißchen die Surfer bewundert, um dann Abschied vom Meer zu nehmen.

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Am Dienstag beim Packen habe ich Panik bekommen: dieser Koffer war so voll, unglaublich. Ich hatte Bedenken wegen des Übergepäcks. Dabei habe ich schon die Grundausrüstung in King’s Lynn gelassen. Mit dem Zug ging’s zum Flughafen Stansted um dort zu merken, daß Germanwings für das Einchecken von zwei Flügen gerade mal eine Person abgestellt hatte… Die Schlange war unbeschreiblich lang. Aber das führte auch dazu, daß die Dame am Schalter wohl gerne was wegen des Gewichts meines Koffers gesagt hätte (28,4 kg….), aber angesichts der Menschenmassen hinter mir einfach resigniert hat. Der Rückflug war ruhig und schnell.

Tja, und jetzt bin ich da und heute kam doch tatsächlich schon mein Mitbringsel-Paket an!

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Es ist doch nicht alles für mich! Tee, Seife, Fudge für die Katzenhüter. Die schönen Bänder habe ich in Sheringham erstanden für einen Spottpreis. Einen Rollschneider, und ich gestehe, die gepolsterten Bügel hatten es mir angetan ;-)

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Fatal war, daß Laura Ashley reduziert hatte, ich habe mir auch noch ein Kleid gekauft und eben diese Stoffe, die so sensationell günstig waren, daß nicht mal das Porto für das Paket das Schnäppchen ruinieren könnte.

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Und wie schön: die Katze hat alles gut überstanden und hüpft wieder gleich in den Karton!

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Falls irgendjemand bis hierher durchgehalten hat: Respekt! Und einige Ergüsse über die Erkenntnis “die spinnen, die Briten” folgen bestimmt noch :-)

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